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~Noa~

Sind wir nicht alle ein bisschen Wilson?

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von am 07.06.10 um 23:01 (1449 Hits)


Ich gebs zu. Ich befasse mich gern mit Wilson. Wilson ist das grosse Rätsel, das House nicht knackt. Vielleicht, weil er 1.) nicht merkt, dass Wilson ein Rätsel ist (was unwahrscheinlich ist) oder 2.) er keine Lust auf des Rätsels Lösung hat (was auf Selbstschutz hinauslaufen könnte).

Denn ich werde den Verdacht nicht los, dass Wilson eine sehr, sehr sinistre Seite hat, die Severus Snape in den dunkelsten Schatten stellen würde. Ich meine: Wäre es denn nicht möglich, dass Wilson sich bei House wohler fühlt als bei allen seinen gescheiterten Ehen? Vergleicht er die armen Auserwählten mit House? Müssen sie bei ihm daheim Vicodin verstecken, Wilsons Essen klauen, sogar Hosen-Napping inszenieren, damit er sich so richtig wohl fühlt? Ist Wilson vielleicht nur glücklich, wenn er Houseversionen um sich hat? Man erinnere sich (mit Grauen oder nicht) an Amber Volakis. Wilsons Housefrau bis zu ihrem Amantadin-Tod am Ende der 4. Staffel. Man bekam auch ohne grosse Psychotüftelei heraus, dass Wilson in ihr seinen (House-)meister gefunden hatte. Houses Erkenntnis „Oh my God, you’re sleeping with me!“ kam wohl nur für House überraschend.

Und er entwickelt sich konstant. Wilson zeigt in der 6. Staffel erfrischenderweise alle Anzeichen von Finsterling-Qualitäten. Zuerst droht er medizinischen Harakiri zu begehen, als er sich als Sterbehelfer outen will. Er verbündet sich mit 13, die er House als heilsam verschreiben will (wie finster das ist, kann nur noch Dr. Crusher ermessen). Dann opfert er flugs mal eine Leber für einen Typen, obwohl der von seiner deutschen ....osammlung weiss. Auch schreckt er nicht davor zurück, ins Jenseits zu telefonieren und House damit in den erneuten Wahnsinn zu treiben, und er schnappt Cuddy – megafies – das tolle Loft vor der eleganten Nase weg. So rücksichtslos ist Wilson! Noch ärger wird es, als er House mit einer „Schöner Wohnen“ - Einrichtung konfrontiert und ihn mittels einer Orgel nötigt, nächtens zum Phantom der Oper zu mutieren. Er quält House mit einer, zugegeben gelungenen, Version des Musicalsongs „One“. Er verweigert House die Benutzung seiner zwanghaft sauberen Badewanne und wird wuschig, als die Milch am falschen Ort steht. Und – der Gipfel der Finsterei – er macht House einen Antrag! Öffentlich!

Wilson ist also gar nicht so harmlos, wie sein Biedermann-Aussehen glauben machen soll. Sein Gutmenschtum hat eine rabendunkle Seite. Und er scheint sie zu geniessen. Ja, so ein bisschen sado-maso ist bei ihm nicht ganz zu verleugnen. Wilson ist nicht so gut, dass er nicht auch mal fies sein kann. Das macht ihn attraktiv und rettet ihn vor langweiliger Stereotypie. Das und seine stets ihn umgebende Angst, seine wahren Gefühle für House einzugestehen. Denn seien wir mal ehrlich: Wenn die Autoren ihn nicht als latent schwul angelegt haben, ist ihnen bei der Entwicklung der Figur ein schwerwiegender Fehler unterlaufen. Wilson steht auf House. Da gibt’s keinen Weg dran vorbei. Wilson mag Musicals. Wilson mag die Village People. Wilson kennt sich mit Küchengeräten aus. Wilson weiss, was Culotten sind. Und, wichtiges Indiz: Wilson ist der Seelentröster von Frauen, die mit House nicht zurecht kommen. Stacy, Cameron, Cuddy. Alle suchen Rat und Trost bei Wilson.

Bei allem Facettentum halten wir Wilson immer noch für den guten Kumpel, der kein Wässerchen trüben kann. Das soll ihm erst mal einer nachmachen!

In der 7. Staffel möchte ich ein Coming Out von Wilson. Nicht ein generelles. Sondern eines für House. Es wird Zeit!

So. Zeit, mir mal Gedanken über ein geeignetes Thema für einen Blog zu machen. Bis dahin Gute Nacht.
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Kommentare

  1. Avatar von MaryReilly
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    Hallo,
    ich hab grad mit Interesse deinen Blog-Beirag gelesen fand ihn sehr interessant. Leider kenn ich noch nicht alles von der 6. Staffel, aber ich bin sehr gespannt darauf.

    Ich finds ehrlich gesagt gut, dass Wilson auch mal ein wenig was von seiner dunklen Seite zeigt, kein Mensch kann durch und durch gut sein und außerdem ist House ja auch nicht gerade ein Unschuldslamm... da muss man manchmal auch "zurückschlagen" können und das kann Wilson. Der gute Onkologe weiß es nur immer gut zu verstecken aber ich find ihn dadurch noch viel, viel interessanter.

    Bei der Erkenntnis von House, dass Wilson eigentlich mit ihm schläft hab ich ja schon lachen müssen... und er hatte ja Recht. Ich hab vorher schon immer gedacht, dass Amber der weibliche House ist... und dann kommt Wilson mit ihr zusammen... na das kann doch nur eins bedeuten, dass er ohne einen Menschen wie House einfach nicht leben kann. Wobei es natürlich keinen Ersatz für das Original gibt.

    Deinen Argumenten, dass Wilson latent schwul angelegt wurde... füge ich nur zu gerne House' Erkenntnis aus der 2. Staffel hinzu "Du fönst dir die Haare?!"
  2. Avatar von Onion Addict
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    Cooler Eintrag!!
    Hab gerade erst gesehen, dass du hier Blog-Einträge schreibst! Auch wenn ich immer noch nicht verstehe, was der Sinn vom Blog ist. Dieser Beitrag würde ja z.B. auch bestens zum normalen Wilson-Thread passen.
    Dass Wilson auf House steht wissen wir doch alle, oder? Jetzt hast du mich aber ein bisschen verspoilt mit Amber *g* Den einen Abschnitt habe ich dann übersprungen.
    Wilson hat wirklich viele Vorlieben und Gewohnheiten, die man normal als schwul einordnet. Aber wahrscheinlich hat die jeder Mann. Nur verstecken die meisten das, während Wilson gar nicht zu kapieren scheint, was bei ihm schwul rüberkommt. Sehr süß eigentlich. Bei der Village People Unterhaltung hätte ich ihn drücken können.

    Jaja, der gute Wilson kann auch richtig fies und hinterhältig sein. Seit der 3.Staffel hat er bei mir ja einige Sympathiepunkte verloren. Am Anfang denkt man wirklich, er wäre der beste Freund, den man haben kann und würde von House nur unfair gemein behandelt. Aber ganz so schwarz und weiß ist die Sache (zum Glück!) nicht. Als Wilson's Freund muss man auch einiges aushalten. ICH käme mit der konstanten Kritik und dem chronischen Psychogelaber nicht klar. Wilson sollte echt mal darüber nachdenken, doch noch Psychologe zu werden! Das ist ja geradezu zwanghaft bei ihm Und da kann man auch super seine Patienten aufreißen *g*

    Ich finde, die Beziehung von House und Wilson am interessantesten an der Serie. Ich warte noch darauf, dass die beiden sich mal so sehr in die Haare kriegen, dass die Freundschaft wirklich fast zerbricht. Bei der Tirtter-Sache war es ja fast soweit. Leider wurde dann letztendlich doch alles sehr harmlos aufgelöst und House und Wilson waren wieder Freunde, als wäre nix gewesen. Das fand ich sehr enttäuschend. Ich hätte es gerne gesehen, dass mal ne Zeit ang Funkstille herrscht und wie House ohne Wilson klar kommt. Ob er dann wirklich bedenklichere Entscheidungen fällt.

    Coming Out in der 7.Staffel? Ja, bitte! Das möchte ich unbedingt sehen. Wie House wohl reagieren würde? Frage mich, ob er es weiß, weil er ja jeden durchschaut oder ob er was Wilson angeht ein paar blinde Flecken hat. Also, wenn ich mir vorstelle meine beste Freundin würde mir sagen, dass sie auf mich steht....hm, irgendwie sehr unangenehm.