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Lawrence of Arabia

Erstellt von Gast885, 09.04.2007, 15:42 Uhr · 4 Antworten · 589 Aufrufe

  1. #1
    Gast885
    Avatar von Gast885

    Reden Lawrence of Arabia

    So, jetzt stelle ich hier mal meinen Lieblingsfilm zur Diskussion: auch ein alter und nicht mal aktuell im Telly, aber vielleicht mag den ja der ein oder andere auch noch:

    Wenn man "Lawrence of Arabia" zum ersten Mal sieht, ist man zunächst überwältigt von der Gewalt der Bilder. Wie Regisseur David Lean die Wüste eingefangen hat, ist ein wahres Meisterstück, v.a. wenn man im großartigen "Making-of" all die Schwierigkeiten mitverfolgt, die die Entstehung des Films in die Länge gezogen haben. Unter anderem mußten für jede Szene alle Spuren im Sand verwischt werden. Ein kleiner weißer Trinkbecher, der plötzlich durch die Luft fliegt und irgendwo im Bild landet, konnte den Regisseur damals schon zur Verzweiflung bringen.
    Doch trotz der heißen Temperaturen und der kargen Verhältnisse war das gesamte Team wie eine große Familie, wie Omar Sharif im Interview erzählt. Und das merkt man dem Film wirklich an. Jeder Schauspieler lebt seine Rolle und geht darin auf. Zunächst sollte Marlon Brando Lawrence spielen. Aber mit Peter O'Toole hätte man keinen besseren für diese Rolle finden können. Nur eines stört mich persönlich an seiner Wahl: er ist körperlich viel zu groß, war T.E. Lawrence doch gerade 1.64 m. Gerade dieses Element hatte ja noch zusätzlich zu seiner Sonderstellung beigetragen.

    Alec Guinness hatte Omar Sharif nach dessen Ankunft am Drehort zum Tee eingeladen und sich zwei Stunden mit ihm unterhalten. Dabei prägte er sich Sharifs Dialekt ein und ahmte ihn bei den Dreharbeiten als Prince Feisal perfekt nach.

    Natürlich ist der Film ein Kunstwerk und keine Dokumentation. Ich habe mich lange dagegen gestreubt, den Film gut zu finden, weil er so wenig Authentizität bietet. Aber man muß eben einen Unterschied machen zwischen Kino und Realität. Der Film basiert ja auf den "Seven Pillars of Wisdom" von T.E. Lawrence. Das Buch ist jedoch auch teilweise Fiktion, denn Lawrence sah es selbst auch mehr als Kunstwerk, obwohl er damit letztlich seine Sicht der Ereignisse in Arabien darstellen wollte. Trotzdem bekommt man einen guten Einblick in die wahren Geschehnisse, wenn man das Buch liest.

    Was David Lean als Regisseur jedoch gut eingefangen hat, ist die Zerrissenheit, der sich Lawrence ausgesetzt sah. Zwei Szenen, die dafür besonders einstehen, sind einmal die, als Peter O'Toole sich in seinem Dolch in seinen weißen Gewändern betrachtet und zum zweiten, als er nach der Schlacht vor Damascus blutbesudelt sich ebenfalls in seinem Dolch besieht.

    Überhaupt fallen einem viele Details erst bei mehrmaligem Sehen des Films auf, was den Film nie langweilig werden läßt.

    "Lawrence of Arabia" ist einer der ganz wenigen Filme, die zeitlos sind, weil er keine Heldenverehrung ist, sondern sich mit einem Menschen auseinandersetzt, der genau das nicht wollte.

  2.  
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  3. #2
    Avatar von Dr. M

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    Ich muss gestehen, ich habe den Film noch nie gesehen *schäm* dabei steh ich durchaus auf alte Filme! Es hatte sich einfach nie ergeben.. Aber ich weiß, dass das ein echter Klassiker ist. Hoffentlich krieg ich ihn mal zu Gesicht...

  4. #3
    Avatar von EveX

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    Also ich hab den Film vor ewigen Zeiten mal gesehen und fand ihn gut.

    Die Filmmusik hat mir vor allen Dingen gefallen. Die hatte so was episches.

    Naja ist ja auch kein Wunder, bei diesem Werk.

    Soviel wußte ich allerdings nicht über den Film wie Hugh1977.
    Es interessant so viele Details dazu zu lesen.

  5. #4
    Gast885
    Avatar von Gast885
    Original von EveX
    Soviel wußte ich allerdings nicht über den Film wie Hugh1977.
    Es interessant so viele Details dazu zu lesen.
    Naja, ich bin auch ein ziemlicher 'Fan' von Lawrence, habe seine Bücher gelesen und mich viel mit dem Arabischen Aufstand beschäftigt. Deshalb habe ich mich auch mit dem Film auseinandergesetzt - außerdem ist das Making-Of, das auf der recht gut ausgestatteten DVD enthalten ist, recht informativ und unterhaltsam.

  6. #5
    Avatar von Severus Snape

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    Ich finde der Film ist definitiv zu lang