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Härtere Strafen für kriminelle Jugendliche

Erstellt von Steffi House, 16.01.2008, 15:52 Uhr · 12 Antworten · 1.366 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Steffi House

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    Pfeil Härtere Strafen für kriminelle Jugendliche

    Ihr habt bestimmt auch in letzter Zeit die heißen Diskussionen über härtere Strafen für kriminelle Jugendliche mitbekommen. Dabei ging es ja auch sehr um ausländische Jugendliche, die schneller abgeschoben werden sollen, wenn sie kriminell werden. Was denkt ihr darüber???

    Ich finde, dass die ganze Diskussion nicht so auf ausländische Jugendliche hätte bezogen werden sollen. Okay, es gab ja schon Gründe dafür, so z.B. der Fall wo ein älterer Mann in der U-Bahn zusammengeschlagen wurde. Aber ich denke, dass wenn es härtere Gesetze geben soll, dann auch für alle, denn meiner Meinung nach machen manche deutsche Jugendliche genauso schlimme Sachen. Also betrifft es ja alle.

  2.  
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  3. #2
    Avatar von Shatiel

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    Die Frag ist halt, ob härtere Strafen (früher und länger Gefängnis) nicht der komplett falsche Weg sind.

    Ich meine, man müsste zunächst mal sowas wie Ursachenforschung nach dem Warum betreiben, also herausfinden, wieso Jugendliche so aggressiv sind und ihnen auch Möglichkeiten anbieten, ihre Agressionen in Camps (aber nicht Boot-Camps, die sind meiner Meinung nach totaler Mist) mit Hilfe von Betreeuern und Psychologen (aber nur Gruppendynamikern) in den Griff zu bekommen.

    Wieso?

    1. Wenn jemand im Gefängnis war, haben sich seine "normalen" Freunde in der Regel von ihm entfremdet und er kommt leichter wieder in seine alten Kreise bzw. wird straffällig. Ich hab mal wo nen Bericht gesehen, dass die Rückfallqoute an die 70 % beträgt. Bei einer Einrichtung, welche Jugendlichen einfach hilft, ihre Agressionen in den Griff zu bekommen, beträgt die Rückfallqoute ca. 15 %.

    2. Handelt es sich bei stärkeren Strafen nur um eine "Beseitigung" der Auswirkungen eines Problems, die Ursachen werden in der Regel nicht beachtet.

    Allerdings hätte man mit so einer "Ursachenforschung" schon vor Jahren beginnen müssen, jetzt bleiben für mich - leider - nur die höheren Strafen.

  4. #3
    Avatar von jumping-blueberry

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    Ja, ich habe auch gelesen, dass es Studien über Rückfallquoten gibt, die alle dagegen sprechen, dass Haftstrafen erzielen, was sie sollen.

    Ich finde, man sollte auch gewalttätige Jugendliche nicht aufgeben und ihnen alle Chancen geben, sich zu bessern: Aggressiontraining, Jugendcamps...

    Eine Haftstrafe ist wahrscheinlich in kriminellen Cliquen eher ein Statussymbol.
    Da sollte man die Leute doch eher irgendwie "von der Straße" bringen und ihnen Möglichkeiten bieten. So nutzen die Leute dem Staat vielleicht auch mal was, anstatt nur Geld für die "Unterbringung" zu kosten.

    Vor allem sollte man den Hauptschülern die Perspektivlosigkeit nehmen und die Schulpflicht unbedingt durchsetzen.
    Das kostet Geld. Aber es würde längerfristig mehr bringen.
    Vielleicht mehr schulische Ausbildungen (z.B. Polytechnikum) oder praxisbezogenener Unterricht. Und vor allem nicht: "Aus euch wird eh nix".

  5. #4
    Avatar von Steffi House

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    Ich denke auch, dass Jugendliche im allgemeinen besser betreut werden müssen. Sie werden einfach zu schnell abgestempelt. Hilfe wäre wirklich besser als härtere Strafen.

  6. #5
    Dreamer
    Avatar von Dreamer
    Ich kann ehrlich gesagt nciht verstehen, warum diesen Straftätern soviel Verständnis entgegengebracht wird. Die Gleichung sollte doch einfach sein: Jemand begeht ein Verbrechen und wird dafür bestraft. So und nicht anders hat es zu laufen!

    Das man sich vorher um Jugendliche kümmern muss ist ja oder sollte selbstverständlich sein. Aber wenn jemand straffällig geworden ist, sollte er bestraft werden.

  7. #6
    Avatar von Dr. M

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    Ich finde ja auch, dass Jugendliche bestraft werden müssen, aber bitte mit Köpfchen. denn es ist numal so, dass ein Jugendlicher, der schon mal verurteilt wurde oder gesessen hat, sehr oft wieder straffällig wird. Einfach weil er da in ein Umfeld hineinkommt, aus dessen Sog er sich nciht so einfach befreien kann... Und das kann ja wohl nicht Sinn der Sache sein.

  8. #7
    Avatar von Gregor Haus

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    Hat sich eigentlich mal irgendjemand über den Sinn einer Strafe Gedanken gemacht? Offensichtlich nicht.

    Denn der Sinn einer Strafe ist in diesem Staat noch immer die Umerziehung zur zweiten Chance, nicht die totale Ausrottung aller Kriminalität. Wer jetzt nach härteren Strafen krakeelt, hat Demokratie nicht verstanden. Man muss eben was aushalten: andere Meinungen, die Entscheidungen von anderen und auch einige Unbelehrbare. Wer das nicht kann, darf auswandern und sich in Diktaturen mit Ordnungssinn und Gulags wohlfühlen.

    Auch wenn das weder Koch noch andere Schreihälse wahrhaben wollen: in der Demokratie sollte man auf mündige und vernünftige Bürger setzen sonst kann man allgemeines Wahlrecht gleich abschaffen. Der Weg dahin heißt im gewissen Maße Erziehung. Eigentlich sollten das die Eltern tun aber wenn der junge Bürger vom rechten Weg abkommt, tut das der Staat mit Entzug eines Grundrechts der Demokratie - Freiheitsentzug. Eigentlich ist es ja ein Armutszeugnis für den Staat, wenn die Bürger dann wenig von diesem Freiheitsentzug spüren und Gefängniszellen besser ausgestattet und geheizt sind als deren Wohnungen. Aber das sollte woanders diskutiert werden.

    Das Problem ist nach meiner Meinung nicht die Strafzeit sondern die Strafumstände. Der Freiheitsentzug ist nur noch wenig spürbar, und ich meine nicht die Freiheit der Freizügigkeit sondern auch die geistige Freiheit. Jugendliche leben im Informationsparadies, auch im Knast: Fernseher, Computer, Bücher. Nehmt ihnen das. Außer vielleicht die Bücher. Gebt ihnen Einzelhaft. Es geht nicht darum, Menschen länger einzusperren damit sich die unergriffenen Täter länger sicher fühlen können. Es geht darum, ihm zu zeigen was man mit ihm tun wird, wenn er weiter so handelt. Sperrt seine Seele ein. Niemand kann in einer Einzelzelle ohne viel Zugang nach draußen lange standhalten. Also lieber bei Jugendlichen die Devise anwenden: Nicht länger, sondern härter. Und dann für ausländische Jugendliche wie auch für alle anderen gleich lang.

    Was in diese Hirne unbedingt reinmuss, ist die Botschaft "Wenn du solche Scheiße nochmal baust, nehmen wir dir die Freiheit endgültig. Also benimm dich gefälligst.". Das erreicht man nicht wenn man Menschen lange einsperrt. Das erreicht man nur, wenn man sie zum Denken zwingt. Eine seltene Tugend. Aber in einer Einzelzelle könnte ein Kopf sich schon mal mit sich selbst beschäftigen. Für die klügeren Straftäter könnte man anstatt der Haft Soziale Dienste mit Erziehungsgesprächen kombinieren. Nicht mit Fachidioten. Sondern mit Typen wie der Psychiater in "Good Will Hunting". Ich verlange keinen großen Abschluss, lediglich genügend Vernunft und Einfühlungsvermögen. Wie gesagt, es geht um die Botschaft. Länger ins Gefängnis? Das kostet den Staat mehr. Abschieben? Ja, klar. Nur weg mit dem Problem. Bloß weg damit, ja nicht lösen.

  9. #8
    Avatar von angel29.01

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    Also ich hab grad im TV den Fall von einem Jugendlichen gesehen, der als Strafe nach Sibirien geschickt wurde. Bei aller Lieb, dass ist mir zu krass!

    Zwar betiteln sie als "Erlebnis-Pädagogik" und der Jugendliche hat wohl auch freiwillig zugestimmt, aber Sibirien?!?!
    Dort hat er kein fließendes Wasser, keinen Strom, keine sanitären Einrichtungen - nur ein Plumpsklo - und es sind gut minus 50 Grad!

    Das geht mir zu weit!
    Ich kenne zwar solche Reisen - ein ehem. Schulkamerad wurde nach Kanada geschickt - aber doch nicht nach Sibirien!!

    Edit: Sollte man beide Threads nicht zusammenführen? Sie überschneiden sich inhaltlich.

  10. #9
    Dreamer
    Avatar von Dreamer
    Original von Gregor Haus
    Hat sich eigentlich mal irgendjemand über den Sinn einer Strafe Gedanken gemacht? Offensichtlich nicht.

    Denn der Sinn einer Strafe ist in diesem Staat noch immer die Umerziehung zur zweiten Chance, nicht die totale Ausrottung aller Kriminalität. Wer jetzt nach härteren Strafen krakeelt, hat Demokratie nicht verstanden. Man muss eben was aushalten: andere Meinungen, die Entscheidungen von anderen und auch einige Unbelehrbare. Wer das nicht kann, darf auswandern und sich in Diktaturen mit Ordnungssinn und Gulags wohlfühlen.

    Auch wenn das weder Koch noch andere Schreihälse wahrhaben wollen: in der Demokratie sollte man auf mündige und vernünftige Bürger setzen sonst kann man allgemeines Wahlrecht gleich abschaffen. Der Weg dahin heißt im gewissen Maße Erziehung. Eigentlich sollten das die Eltern tun aber wenn der junge Bürger vom rechten Weg abkommt, tut das der Staat mit Entzug eines Grundrechts der Demokratie - Freiheitsentzug. Eigentlich ist es ja ein Armutszeugnis für den Staat, wenn die Bürger dann wenig von diesem Freiheitsentzug spüren und Gefängniszellen besser ausgestattet und geheizt sind als deren Wohnungen. Aber das sollte woanders diskutiert werden.

    Das Problem ist nach meiner Meinung nicht die Strafzeit sondern die Strafumstände. Der Freiheitsentzug ist nur noch wenig spürbar, und ich meine nicht die Freiheit der Freizügigkeit sondern auch die geistige Freiheit. Jugendliche leben im Informationsparadies, auch im Knast: Fernseher, Computer, Bücher. Nehmt ihnen das. Außer vielleicht die Bücher. Gebt ihnen Einzelhaft. Es geht nicht darum, Menschen länger einzusperren damit sich die unergriffenen Täter länger sicher fühlen können. Es geht darum, ihm zu zeigen was man mit ihm tun wird, wenn er weiter so handelt. Sperrt seine Seele ein. Niemand kann in einer Einzelzelle ohne viel Zugang nach draußen lange standhalten. Also lieber bei Jugendlichen die Devise anwenden: Nicht länger, sondern härter. Und dann für ausländische Jugendliche wie auch für alle anderen gleich lang.

    Was in diese Hirne unbedingt reinmuss, ist die Botschaft "Wenn du solche Scheiße nochmal baust, nehmen wir dir die Freiheit endgültig. Also benimm dich gefälligst.". Das erreicht man nicht wenn man Menschen lange einsperrt. Das erreicht man nur, wenn man sie zum Denken zwingt. Eine seltene Tugend. Aber in einer Einzelzelle könnte ein Kopf sich schon mal mit sich selbst beschäftigen. Für die klügeren Straftäter könnte man anstatt der Haft Soziale Dienste mit Erziehungsgesprächen kombinieren. Nicht mit Fachidioten. Sondern mit Typen wie der Psychiater in "Good Will Hunting". Ich verlange keinen großen Abschluss, lediglich genügend Vernunft und Einfühlungsvermögen. Wie gesagt, es geht um die Botschaft. Länger ins Gefängnis? Das kostet den Staat mehr. Abschieben? Ja, klar. Nur weg mit dem Problem. Bloß weg damit, ja nicht lösen.
    Und wer entscheidet wer hier die richtige Meinung hat? Du?

    Was heißt denn hier Erziehung? Erzieherische Maßnahmen gerne, bei Verbrechen die minderschwer sind/waren. Aber bei gefährlicher Körperverletzung, Totschlag und Mord hört das ja dann wohl auf.
    Die Leute hier, die jetzt von Erziehung sprechen, wäre die ersten die nach härteren Strafen schreien würden wenn, sie selbst, ihre Kinder oder Freunde mal Opfer werden würden.
    Ich bin der Meinung, dass jeder, der dagegen ist Verbrecher zu bestrafen, Mitschuld an diesen Zuständen trägt.
    Und Demokratie bedeutet nicht, dass man Angst haben muss auf die straße zu gehen, weil einem ja ein "frusttrierter Jugendlicher" über den Weg laufen könnte und einem mal schenll die Zähne ausschlägt oder einen ins Koma befördert.
    An die Opfer von solchen Tätern denkt ja sowieso niemand. Die können ruhig mit den Folgen und Schäden leben. Es zeigt sich wieder mal, dass in unserer Gesellschaft, das Wohl des Täters höher wiegt als das eines Opfers.
    In unserem Grundgesetz heißt es, dass der Mensch ein Recht auf körperliche Unversehrtheit hat. Aber wenn man diese Gesetze nicht schütz, sind sie nicht mehr als ein Kalenderspruch.

  11. #10
    Avatar von Gregor Haus

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    ?

    Hm, Naja. Ein Mensch der einen anderen verletzt hat (auch schwer)/Totschlag ausgeübt hat oder einen Mord begangen, darf also nicht mehr Teil dieser Gesellschaft sein. Okay, bringt ihn um. Das spart das Geld für das Essen, das ihm der Staat vorsetzen muss. Für die körperliche Unversehrtheit. Du willst diese Menschen loswerden? Okay. Sperr sie weg, das kostet Geld. Bring sie doch gleich um. Wäre es hilfreich wenn ich sage das Menschen in meinem Umfeld gefährlich verletzt wurden, einer durch Gewalt gestorben ist? Klar, man kann dann verbittern und dem Täter alle Schuld zuschieben. Ist ja auch richtig. Aber warum fängt dieser Staat an, jeden Menschen als potenziellen Täter zu sehen? Alles muss überwacht werden, alles muss kontrolliert werden. In einer Demokratie muss man was aushalten können. Ich ebenso.

    An deiner apokalyptischen Beispielsauswahl sehe ich aber schon, wessen Geistes Kind am Werke ist. Klar, man muss vor bösen Menschen Angst haben. Vielleicht sogar gerechtfertigt, wenn du schon einen getroffen hast. Aber berechtigt dich das, alle anderen schon mal unter Generalverdacht zu stellen? Das hier ist zumindest im Modell eine liberale und freiheitliche Gesellschaft und wer damit nicht zurechtkommt, darf sich die Ordnung der DDR zurückwünschen. Da war alles hübsch geordnet und wer nach 11 Uhr auf die Straße ging wurde nicht von frustrierten Jugendlichen sondern der Polizei aufgehalten, weil man die Ausgangssperre verletzt hat. Wesentlich schöner.

    Das Grundgesetz ist nur ein Buch, aufgebaut auf Idealen. Eines davon ist Freiheit. Das haben wir uns ausgesucht und nur weil ein Mensch stirbt (und das mag schlimm sein) wird das weder Grundgesetz noch ein ganzes Volk stören. Aber lasst euch weiter in euren Freiheiten einschränken, damit euch Sicherheit versprochen wird. Man könnte ja auch langsam anfangen, Raucher wegzusperren. Ausgesperrt hat man sie ja schon. Aber vermutlich sehe ich das mal wieder viel zu eng und gehe immernoch viel zu sehr von einem guten Menschen aus.

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