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Nationalität und Nationalgefühl

Erstellt von jumping-blueberry, 18.05.2007, 14:37 Uhr · 78 Antworten · 8.037 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von jumping-blueberry

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    Daumen hoch Nationalität und Nationalgefühl

    Hallo liebe Freunde,

    ich frag mich seit einiger Zeit was. Und zwar, wie geht Ihr so mit Eurer Nationalität um. Insbesondere damit Deutsch zu sein... Aber auch andere Nationalitäten sollen sich nicht ausgegrenzt fühlen.

    Würdet Ihr z.B. eure Staatsbürgerschaft zugunsten einer "europäischen Bürgerschaft" aufgeben?
    Seid Ihr froh über (bzw. stolz auf) Eure Nationalität?
    Oder ist euch das eigentlich recht egal?

    Bei Wikipedia (en) habe ich einen interessanten Absatz gefunden:
    ...close to 10 million people permanently living in the Federal Republic today distinctly differ from the majority of the population in a variety of ways such as race, ethnicity, religion, language and culture, yet often fail to be recognized as minorities in official statistical sources due to the fact that such sources traditionally survey only German citizens, and under the so called jus sanguinis system, that has been in effect in Germany since the 19th century, and has only recently been partially replaced by the alternative jus soli system. This situation contributes to the invisibility of Germany's minorities making Germany technically one of the most ethnically homogeneous nation in the world, whereas in all practicality the Federal Republic is today one of the most ethnically diverse countries in Europe.
    Da wird also bemängelt, dass man Menschen anderer RASSE (dieses Wort für Menschen zu benutzen, finde ich abstoßend) Kultur oder ethnischer Herkunft nicht mehr als Minderheit ansehen kann, weil sie ja die deutsche Staatsbürgerschaft haben. Also ich finde das nicht schlimm, sondern sehr positiv.
    Wenn meine Kinder z.B. in eine Minderheitenschublade gesteckt würden, nur weil ihr Vater Spanier ist dann fände ich das irgendwie nicht so toll. (ich habe keine Kinder aber wenn...) Vor allem in Deutschland sollte hier niemand mit Rassenlehre oder sowas anfangen.

  2.  
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  3. #2
    Avatar von DH-fan

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    ich finde dieses ganze nationalgefühl sowieso rotz....
    ich wäre auf jeden fall dafür, dass sich alle in europa statt aus dem land, das sie kommen, lieber sagen würden, sie kommen aus europa.

    der rassebegriff wird eigentlich seit einiger zeit (laut biounterricht) auch nicht mehr auf den menschen bezogen. aber egal.

    allerdings finde ich, dass die meisten mit deutschland ihre geschichte in verbindung bringen... das finde ich schon wieder so ***** ich meine, was kann ich dafür, dass irgendwelche vorfahren von mir mist gebaut haben. ich reduziere doch auch die amerikaner nicht auf ihre geschichte (wie war das gleich mit der versklavung und den indianern.)

    aber bis auf gehrnwäsche lässt sich das ja doch nicht ändern

  4. #3
    Avatar von angel29.01

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    Schwierige Frage! Wenn ich an einem Fenster die Deutsche Flagge sehe, denk ich mir: ....! Was totaler Quatsch ist, denn die BRD-Flagge steht für das genaue Gegenteil. Aber wer macht sich denn diese Flagge ans Fenster? Und das sind - meistens jedenfalls - rechte Menschen. Wenn jemand sagt: "Ich bin stolz ein Deutscher zu sein", dann ist er für mich auch rechts. Man kann nicht stolz darauf sein - weil man keinen Einfluss darauf hatte. Stolz kann man nur auf etwas selbst erreichtes sein.

    Ich würde meine Staatsbürgerschaft für eine EU-Staatsbürgerschaft aufgeben. Aber nur, wenn es die selben Bürgerrechte gäbe und es wirklich ein neuer Staat wäre z.B. United Staates of Europe. Bei der WM hab ich zum ersten mal eine Art Nationalgefühl gehabt.

    Was die Minderheiten angeht: So soll jeder leben, wie er will - solange er sich an die Gesetze hält.

  5. #4
    Avatar von Kinofreak

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    Kannst du mal den Link zur Wikipedia posten? Ich würde gerne den ganzen Artikel lesen. Mein Eindruck anhand dieses Absatzes ist nämlich eigentlich eher, dass da in der Hauptsache eine Form der Datenerhebung kritisiert wird (nämlich, dass die deutsche Bevölkerung als eine homogene Gruppe dargestellt wird, die sie aber in der Realität - Gott sei Dank! - gar nicht ist) - aber vielleicht wird mir das klarer, wenn ich das komplett lesen kann.

    Was meine Nationalität/Nationalgefühl angeht: ich bin schon einigermaßen stolz auf mein Land (meistens jedenfalls) und schäme mich auch nicht, das zu zeigen. Diese Diskussion zur WM z.B., als einige es plötzlich bedenklich fanden, dass massenhaft Leute mit Deutschland-Fahnen rumliefen, fand ich ehrlich gesagt erschreckend. Natürlich ist es erlaubt, stolz auf sein Land zu sein, und das sollte man auch zeigen dürfen!
    Nur übertreiben sollte man es nicht - wenn das ganze in Fanatismus und Intoleranz umschlägt, ist die Grenze für mich überschritten.

  6. #5
    Avatar von granny

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    Original von angel29.01
    Wenn jemand sagt: "Ich bin stolz ein Deutscher zu sein", dann ist er für mich auch rechts. Man kann nicht stolz darauf sein - weil man keinen Einfluss darauf hatte. Stolz kann man nur auf etwas selbst erreichtes sein.
    Das ist gerade eine sehr interessante Frage finde ich, vorallem da ich nicht Deutsche bin; und weil sich für mich gerade auch noch die Frage aufdrängt, ob ich den Europäer wäre, wenn da eine europäische Bürgschaft möglich würde?

    Stolz sein bedeutet für mich auch, wie Angel sagt, auf etwas das ich selber tue und nicht auf etwas in das ich zufällig hineingeboren bin. Ob ich nun stolz bin Schweizer zu sein? Ich weiss es nicht. Vieles an der Schweiz gefällt mir und vieles gibt es, dass mir auch nicht zusagt, aber wie schon gesagt, kann ich es denn ändern oder hab ich was dafür getan? Nicht wirklich.

    Ich finde man sollte jedem Menschen mit dem gleichen Respekt gegenübertreten, egal woher er kommt, mit welchem Akzent er spricht und welche Hautfarbe er hat. Auch bin ich der Meinung, dass es jedem fei sein muss welchen Glauben er ausübt.

    Schwieriger wird es bei den Gesetzen. Denn welche Gesetzte sollen wir denn nun alle befolgen? Unsere....also die Deutschen sag ich jetzt mal.....oder die von anderen Ländern? Die Gesetzte sind so unterschiedlich wie eben auch der Glaube und wenn zum einen Glauben etwas dazu gehört, das per Gesetz an einem andern Ort und in einem andern Land verboten ist, ist die Toleranz gefragt. Aber wo sind die Grenzen? Können wir denn überall Raum schaffen, wo sich die Menschen gleichen Glaubens treffen können, ohne die andern zu stören? Ich weiss es nicht?

    Es fängt schon hier an, wo wir uns noch als ethnisch gleich betrachen. Da gibt es zum Beispiel die Menschen, die an Gott glauben und gleichgeschlechtliche Ehen nicht akzeptieren, oder Frauen die weniger verdienen, als Männer obwohl sie die gleiche Arbeit leisten.

    Es ist sehr schwierig Grenzen zu setzten, die von beiden Seiten akzeptiert werden können. Man muss versuchen sich in die andere Seite hinein zu denken um deren Argumente zu verstehn. Das erfordert vor allem Zeit. Und davon haben wir ja bekanntlich immer zu wenig.

    Da halte ich es mal, wie ich es als richtiger Schweizer gelernt hab und bleibe neutral und hoffe, dass Ihr mich hier unter Euch Deutschen als gleichwertig betrachtet.

    Vielen Dank.
    granny

  7. #6
    Avatar von tamo

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    Ich sehe das wie angel und granny: Wie kann ich stolz darauf sein Österreicherin zu sein? Auf eine Leistung kann man stolz sein, aber nicht darauf in welchem Land man geboren wurde.

    Da ich mich aber auch nicht als Europäerin fühle muss ich mich wohl als Österreicherin fühlen, obwohl ich nicht wirklich weiß was das bedeutet, da sich ja wohl kaum jeder Österreicher gleich fühlen kann....versteht ihr, was ich meine?

    Mit der Flagge ist das auch so eine Sache. In den USA hat jeder die amerikanische Flagge vor der Tür hängen. Wen jemand das nicht tut wird ihm unterstellt, dass er auf sein Land nicht stolz ist. Wenn man in Österreich (oder auch in Deutschland, das macht in dem Fall keinen Unterschied) die Flagge vor die Tür hängt ist man ein ........ich gebe zu, ich trage dieses Vorurteil auch ein klein wenig in mir.

    Ein wirklich vereintes Europa ist meiner Meinung nach aber auch kaum durchzusetzen. Man müsste dann ja Einheitsgesetze und vielleicht auch eine Einheitssprache finden, nach wem soll man sich denn da richten? Außerdem kommt noch dazu, dass so kleine Länder wie Österreich sich von der EU sowieso schon genug bevormundet fühlen.

    Außerdem ist es doch sehr schön, dass es in Europa so viele verschiedene Länder und Kulturen gibt. Wieso muss man denn da einen Einheitsbrei draus machen und kann nicht einfach akzeptieren, dass nun mal jede Nationalität ihre eigenen Ansichten und Regeln hat?

  8. #7
    Avatar von jumping-blueberry

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    Original von Kinofreak
    Kannst du mal den Link zur Wikipedia posten? Ich würde gerne den ganzen Artikel lesen. Mein Eindruck anhand dieses Absatzes ist nämlich eigentlich eher, dass da in der Hauptsache eine Form der Datenerhebung kritisiert wird (nämlich, dass die deutsche Bevölkerung als eine homogene Gruppe dargestellt wird, die sie aber in der Realität - Gott sei Dank! - gar nicht ist) - aber vielleicht wird mir das klarer, wenn ich das komplett lesen kann.

    Was meine Nationalität/Nationalgefühl angeht: ich bin schon einigermaßen stolz auf mein Land (meistens jedenfalls) und schäme mich auch nicht, das zu zeigen. Diese Diskussion zur WM z.B., als einige es plötzlich bedenklich fanden, dass massenhaft Leute mit Deutschland-Fahnen rumliefen, fand ich ehrlich gesagt erschreckend. Natürlich ist es erlaubt, stolz auf sein Land zu sein, und das sollte man auch zeigen dürfen!
    Nur übertreiben sollte man es nicht - wenn das ganze in Fanatismus und Intoleranz umschlägt, ist die Grenze für mich überschritten.
    Der Link zu wikipedia
    http://en.wikipedia.org/wiki/Germans

    Es geht schon um die Datenerhebung.. Aber wenn du irgendwo in einer Datenbank als "nicht-Deutsch" gelistet bist, ist das für mich schon wieder Abgrenzung und Rassismus.

    Man kann Deutsch sein, obwohl die Eltern von anderer Nationalität waren.
    Viele Spanier, die in unserer Gegend leben, sind hier geboren. Sie sind jetzt zwischen 26 und 40 Jahren alt. Alle sprechen ein ganz normales bayrisch. Einige sprechen sogar spanisch mit bayrischem Akzent. Die meisten kennen Spanien nur vom Urlaub machen und haben dort nie gelebt. Mein Freund ist einer der wenigen, wenn nicht der Einzige, der einige Jahre in Spanien gelebt hat. Als er zwischen 10 und 21 Jahren alt war. Dann kam er zurück nach Deutschland. Nach Spanien will er nicht mehr. Hier geht es ihm viel besser.
    Sein Bruder ist 35 und war nur alle 1-3 Jahre zum Urlaub machen in Spanien. Ab und zu regt er sich auf, dass er für einen neuen Ausweis zum Konsulat nach München muss und nicht einfach zur Gemeinde gehen kann und meint dann: "I werd jetz Deutscher, dann hab I weniger Probleme." Seine Frau hält ihn davon ab, weil sie nicht mit einem Deutschen, sondern mit einem Spanier verheiratet sein will. Wir sitzen da und denken uns unseren Teil. Spanisch ist "der Fanzi" (eigentlich Francisco, aber so nennt ihn nur seine Frau) doch nur noch auf den Papier. Also, wenn er jetzt deutsch würde und es würde noch irgendwo vermerkt sein "eigentlich Spanier", fände ich das irgendwie ungerecht. Genauso, wie wenn unser Neffe Ricardo (5 Jahre, blonde Haare, spricht kein Wort spanisch) jetzt irgendwo einen solchen Vermerk hätte.


    Ach, ein Schweizer.... Angel, dein Traumland - Klingt irgendwie nicht, als wär Religion da verboten.
    Bei Schweizern weß ich nicht, ob sie eine europäische Staatsbürgerschaft haben wollten... Neutralität und so.
    Ich würde die europäische Staatsbürgerschaft annehmen. Mein Freund sagt jetzt schon "Ich bin Europäer. Ich bin Spanier, lebe in Deutschland und arbeite in Österreich."
    Aber ehrlich gesagt würde ich meine Bürgerrechte und meine Sprache nicht aufgeben.

    Stolz bin ich natürlich nicht, deutsch zu sein.
    Sagen wir, ich bin froh, in Deutschland zu leben. Es geht uns schon nicht schlecht hier. Auch wenn wir jammern.
    Das ist die nervigste deutsch Tugend.
    In den 90ern wurde sogar gejammert, das wir zuviel Spaß haben.
    Deutsche jammern immer. Deswegen hör ich lieber österreichisches Radio.
    Die nehmen alles mit mehr Humor.
    Ich finde auch gut an Deutschland, dass man hier ohne Probleme arbeiten und leben kann, ohne die Staatsbürgerschaft zu haben. Außer, dass man nicht wählen darf, hat man keine Nachteile. So entscheiden sich die Leute, die dann wirklich Deutsch werden bewusst dafür.

  9. #8
    Avatar von Zwockel

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    Ob ich stolz bin deutsche zu sein?
    So pauschal kann man das nicht sagen aber insbesondere was die schon angesprochen WM angeht, war man schon stolz. Das nicht unbedingt deswegen weil ich hier geboren bin, sonder weil es einfach ein Gefühl der Zugehörigkeiten war.
    Man hat richtig mitgefiebert und hat sich die deutsche Flagge auf die Wange gemalt.

    Vor der WM hätten sich das nur die wenigsten getraut, denn in anderen Ländern bekommt man schnell den Stempel "...." aufgedrückt wenn man nur erwähnt, dass man aus Deutschland kommt.
    Meine Schwester hat die Erfahrung gemacht als sie mit der Klasse in London unterwegs war. Da haben welche das Kennzeichen vom Bus gesehen und direkt mal das .......... an die Scheibe gehalten und sowas kotzt hat.
    Ich habe nichts damit am Hut was vor 60 Jahren war und deswegen weiß ich auch nicht, warum ich nicht zeigen sollte, dass ich stolz bin auf das was Deutschland (in bezug auf die WM) geleistet hat.

  10. #9
    Dreamer
    Avatar von Dreamer
    Also ich denke nicht, dass es rassismus ist wenn man jemanden als "nicht Deutsch" bezeichent. Wenn der jenige es nicht ist, dann ist er es nicht. Das ist doch nicht diskriminierend. Ich finde auch nicht, das jeder der sagte er sei stolz ein Deutscher zu sein gleich ein Rechter ist. Rechte Menschen haben bestimmte Ideale (das die total bescheuert sind muss man ja nicht extra erwähnen). Aber nicht jeder der ein wenig Vaterlandsliebe hat, hat auch diese Ideale. Ich finde da wird zu schnell über einen Kamm geschert. sicherlich ist übermäßiger Nationalstolz schlecht aber Nationsmasochismus ist deswegen auch nicht gut.
    Wenn man eine Beziehung zu seinem Land hat ist man auch an den Problemen und den Vorgängen im Land interessiert. Wenn einem aber sein Land egal ist, verliert man auch das Interesse und lässt vieles mit sich machen.
    Und warum muss ich sagen ich bin Europäer? Ich bin Deutscher. Warum darf ich das nicht sagen?

  11. #10
    Avatar von d.erda

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    Ich bin der Meinung, das man nur Stolz auf eitwas sein kann, was man selber geleistet hat!Von diesem Standpunkt aus gesehen kann cih gar nciht stolz sein, egal woher ich komme! Also würde ich die Staatsbürgerschaft (deutsch) abgenen, damit habe ich mich bewusst entscheiden und auf diese Entscheidung kann ich dann Stolz sein.

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