Ergebnis 1 bis 8 von 8

Kath Lingenfelter auf der MINTiFF-Konferenz am 06.September 2011

Erstellt von MsHousefan, 07.09.2011, 15:07 Uhr · 7 Antworten · 1.976 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von MsHousefan

    Registriert seit
    11.04.2011
    Beiträge
    663

    Kath Lingenfelter auf der MINTiFF-Konferenz am 06.September 2011

    Kath Lingenfelter (Writer &Supervising Producer “House, MD”) war gestern auf der 2. MINTiFFKonferenz, die im Rahmen der Medienwoche auf der IFA in Berlin stattgefunden hat.

    Und wie der Zufall es so will, war ich natürlich auch dort :Augenzwinkern_2:

    Kurz zu MINTiFF: MATHEMATIK, INFORMATIK, NATUR- UND TECHNIKWISSENSCHAFTEN
    UND CHANCENGLEICHHEIT IM FICTION-FORMAT

    Das Projekt MINTiFF an der TU-Berlin: Welche Chancen bieten Spielfilme und Serien, das Desinteresse junger Frauen an naturwissen- schaftlich-technischen Berufen aufzubrechen und naturwissenschaftlich-technische Forschungsleistungen von hoher sozialer, ökologischer und gesellschaftlicher Relevanz breiten Publikumsschichten näher zu bringen? Dieser Frage geht MINTiFF durch verschiedene Studien zur Berufsorientierung im Unterhaltungsformat nach. mehr...
    Unter diesem Gesichtspunkt fand die Konferenz statt.

    Dr. House und der Wert der Unterhaltung fiktionaler Formate

    Im diesjährigen "Wissenschaftsjahr 2011 – Forschung für unsere Gesundheit" wird am Beispiel der sehr erfolgreichen amerikanischen Fernsehserie „Dr. House“ vorgestellt, wie die Inszenierung moderner medizinischer Diagnostik nicht nur für Unterhaltsamkeit und Publikumserfolg sorgt, sondern aufgrund ihres medizinischen Bildungsgehalts auch Impulsgeber für Lehrinnovationen in der medizinische Hochschullehre in Deutschland wird.
    Die Frage, wie deutsche Filmschaffende Chancen und Gestaltungsspielräume sehen, medizinische Bildungschancen in fiktionalen Formaten wahrzunehmen und den „public value“ fiktionaler Fernsehunterhaltung zu unterstreichen, steht im Zentrum der anschließenden Diskussion.Welche Programmstrategie die BBC verfolgt, um in den fiktionalen Programmbereichen Qualität und „public value“ zu erzeugen, gibt den Impuls einer Diskussion, wie sich Qualität und „public value“ fiktionaler Formate bewerten und konsequent weiterentwickeln lassen.
    Kath vor der Konferenz:

    retlefnegniL
    @MsHousefan Pressure! Glad you'll see conference, but can't promise anything good from me. At least you'll see some fave House clips.
    retlefnegniL
    @MsHousefan Make sure you say hi! (I'll be the one fainting on the floor after my lecture)
    Dazu ist es leider nicht gekommen, da sie die ganze Zeit von diversen Redakteuren, Produzenten und Autoren belagert wurde


    Kath Lingenfelter hat im ersten Teil der Konferenz einen ca. 30-minütigen Vortrag über House als Arzt, Teamplayer, Lehrer usw gehalten und ist dabei natürlich auf seinen Charakter, aber auch was einen guten Arzt/ Diagnostiker ausmacht eingegangen. Die verscheidenen Punkte wurde dann immer mit kurzen Videoauschnitten aus verschiedenen [H]ouse-Folgen unterlegt.

    Z.B.
    zum Thema Kommunikation zwischen Arzt & Patient: Ausschnitte aus 2x08 "Fehlverhalten" (Die Situation in der Chase die Patientin mit den Magenschmerzen kurz angebunden mit ein paar Tabletten abspeist und diese im Laufe der Folge dann stirbt)

    oder House, the scientist: Ein Clip aus 2x02 "Autopsy"

    Weitere Videos: "All in", "The Itch", "Meaning" etc.

    Außerdem hat sie sich noch zu den Themen "Entertain your audience", "Writers behind the science", "Do science shows matter?" usw. geäußert.

    In einem kurzen Interview im Anschluss an den Vortrag wurde sie noch zu folgenden Themen gefragt:


    • woher die Autoren die Inspiration nehmen
    • Medical Advisor der Show
    • Würde House auch als weiblicher Charakter funktionieren?
    • Humor & Science
    • Zukunft von House (--> altbekannte Äußerungen :Augenzwinkern_2:, erstmal stehen 22 Episoden der 8. Staffel an, eine 9. Staffel ist nicht ausgeschlossen)
    • Wie viele Autoren im Team sind (--> 13, einschließlich David Shore)



    Der Vortrag von ihr war sehr interressant und es hat Spaß gemacht ihr zuzuhören. Ihre anfängliche Nervosität hatte sich dann auch schnell gelegt .
    Der Vortrag war natürlich auf Englisch, aber sie spricht gar nicht mal so schlecht Deutsch ("Guten Morgen" & "Vielen Dank" :Augenzwinkern_2

    Nach eine anschließenden Pause (Kath hatte einen Pfefferminzkaugummi zum Mittag ), ging es mit einer Diskussionsrunde zum Thema Fiktion & Wirklichkeit in deutschen Fiction-Formaten - „Deutsche Medicals“ - Der Bergdoktor vs. Dr. House weiter.

    Teilnehmer der Runde:

    Prof. Joachim Kosack, Leiter Deutsche Fiction, Sat.1, München
    Klaus Bassiner, Leiter Hauptredaktion „Reihen und Serien, (Vorabend)“, ZDF, Mainz
    Jochen K. Franke, Producer „In aller Freundschaft“, Saxonia-Media/MDR, Leipzig
    Katherine Lingenfelter, Supervising Producer “House, MD”, L.A. USA
    Prof. Dr. Jürgen Schäfer, Philipps-Universität Marburg
    Brigitte Kohnert, Redakteurin, RTL Television, Köln
    Dazu nur ein paar wenige Worte. Die einzigen guten Kommentare kamen von Prof. Dr. Jürgen Schäfer, Kath Lingenfelter & ab und zu von der Frau Kohnert.

    Katherines Meinung dazu:

    retlefnegniL
    @MsHousefan That was quite a spirited panel, no? I loved it. I am very surprised what it is like for DE writers. Frustrated for them.
    retlefnegniL
    @MsHousefan Dr. Shafer was awesome! Love how he said Der BergDocktor should not play in US b/c "Americans have suffered enough."
    Die Diskussion ist nicht ganz so gelaufen, wie man es sich vielleicht gedacht hatte. Das Ganze ist ist in eine Debatte über Produktionskosten usw. ausgeartet und Wörter wie "Sch..." waren keine Seltenheit. Katherine tat mir dazwischen manchmal schon etwas leid. Aber man kann auch schlecht Dr. House mit „Deutschen Medicals“ vergleichen. In den Formaten unserer Sendungen geht es schließlich nicht wirklich um Medizin, sondern um Unterhaltung.


    Dazu vielleicht der Bericht von DWDL:


    "In deutschen Arztserien geht es nicht um Medizin"

    Wie viel Fakten braucht die Fiction? Und warum ist Dr. House an der Uni in Marburg Bestandteil von Vorlesungen, der Bergdoktor aber nicht? In der Diskussionsrunde "Fiktion & Wirklichkeit in deutschen fiktionalen Formaten" ging es offiziell um diese Fragen - im Grunde redete man aber aneinander vorbei.
    "Dr. House" als Lehrmittel an der Philips-Universität in Marburg. Gibt's nicht? Gibt's doch: Prof. Dr. Jürgen Schäfer, Kardiologe und Dozent an der Uni Marburg nutzt den launischen Serienarzt als Beispiel für komplexe und ungewöhnliche medizinische Fälle. Einsetzen kann er "Dr. House" dafür allerdings nur, weil die Serie für ihren Wahrheitsgehalt bekannt ist. Bücher jeder einzelnen Folge werden im engen Austausch mit Experten entwickelt und auf ihre wissenschaftliche Plausibiliät hin untersucht. Der "Bergdoktor" im ZDF sei dafür schlichtweg nicht geeignet.
    Katherine Lingenfelter, Supervising Producer bei "Dr. House" empfindet es als eine Art gesellschaftliche Verantwortung in fiktionalen Serien, die sich auf wissenschaftlichem Terrain bewegen, die wissenschaftlichen Fakten korrekt zu halten: "Wir haben eine Verpflichtung nicht mit schlechter Recherche zur Verbreitung von Binsenweisheiten beizutragen. Die medizinischen Probleme müssen realistisch sein und den tatsächlichen Möglichkeiten entsprechen."



    Ähnlich sieht man das beim ZDF erklärt Klaus Bassinger, Leiter des Vorabends im ZDF: Zwar sei es wichtig, dass Fakten entsprechend recherchiert würden. Bei deutschen fiktionalen Serien käme es aber auf die Komplexität der medizinischen Umstände gar nicht an. Im wesentlichen generiere man in fiktionalen US-Serien die Dramaturgie über möglichst absurd erscheinende Krankheiten. In Deutschland lege man mehr Wert auf die zwischenmenschlichen Beziehungen der Charaktere. Arztserien in Deutschland seien eher der Familienunterhaltung zuzurechnen.
    Eine Einschätzung, die auch Brigitte Kohnert von RTL teilt: "Unsere Zuschauer interessieren nicht in erster Linie die Fakten, sondern die Haltung von Figuren und deren Charakter. Es sollte alles so authentisch wie möglich sein, aber im Vordergrund steht für uns die Figurenführung." Es würde vom Zuschauer schlichtweg nicht goutiert, wenn man versuche Dr. House zu kopieren. Deutsche Serien würden von den deutschen Zuschauern mit einer gänzlich anderen Erwartungshaltung geschaut: "Wir müssen uns inhouse von Dr. House unterscheiden."
    Letztlich konnte man sich darauf einigen: Wenn man ein deutsches "Dr. House" produzieren wollte, bräuchte man ein höheres Budget für eigenproduzierte Serien. Zwischenrufe einiger Autoren aus dem Publikum machten den Eindruck als schätzten sich deutsche Autoren im internationalen Vergleich schlechter ein. Ein Eindruck den man auf dem Podium so nicht stehen lassen wollte: Das deutsche Fernsehen sei eines der besten Angebote weltweit. Am Beispiel des Bergdoktors hieß es: Nur weil der Bergdoktor anders ist, ist er doch nicht automatisch schlechter als "Dr. House". Die Langliebigkeit beider Formate könnte man für sich sprechen lassen. Auf den Punkt brachte es in dem Zusammenhang dennoch Bassinger: "Wenn wir aus dem Bergdoktor Dr. House machen würden, wäre es nicht mehr der Bergdoktor."

    Alles in Allem bin ich froh dagewesen zu sein, man hat schließlich nicht oft die Gelegenheit einen Vortrag einer Autorin von Dr. House zu hören.
    Und Kath war wirklich sehr nett (und GROß )^^
    Und die kostenlose Verpflegung war auch vom Feinsten

    Fotografieren und Videoaufnahmen waren leider strengstens untersagt und da ausgerechnet neben mir so ein kleiner Aufpasser stand hatte ich leider keine Chance.
    Ich habe nur in der Pause mal versucht ein Bild zu machen, aber leider ist es sehr dunkel gewesen und mein Handy ist nunmal nicht von bester Qualität.
    Aber hier ist es:
    Miniaturansichten angehängter Grafiken Miniaturansichten angehängter Grafiken kath-lingenfelter.jpg  

  2.  
    Anzeige
  3. #2
    Avatar von huddylove

    Registriert seit
    22.07.2009
    Beiträge
    188
    Interessanter Bericht aber schade nur das du sie nicht pers. kennenlernen konntest.
    Aber mal ehrlich Deutsche Tv Produktionen könnten gar nicht mithalten.Das Budget mal weggelassen,ich finde jetzt keinen Schauspieler aus Deutschland gut genug um einen deutschen Dr.House darzustellen.Falls man sowas hier kopieren wollte.Meine Meinung nur.

  4. #3
    Avatar von MsHousefan

    Registriert seit
    11.04.2011
    Beiträge
    663
    Ja, das wäre natürlich die Krönung gewesen. Aber ich allein unter den ganzen TV Gurus dort :Augenrollen:. Da habe ich doch keine Chance gegen die. :Augenzwinkern_2:

    Es gäbe bestimmt auch einen deutschen Schauspieler, der so einen herausragenden Charakter spielen könnte. Aber wie auch in der Diskussion erwähnt wurde, fehlt einfach die zündende Idee so einen zu schaffen. Dr. House ist in seiner Sparte einmalig. Man kann ihn nicht einfach kopieren, das geht mit Ansage in die Hose.

  5. #4
    Avatar von Sandy House

    Registriert seit
    28.12.2006
    Beiträge
    2.535
    Zitat Zitat von huddylove Beitrag anzeigen
    Aber mal ehrlich Deutsche Tv Produktionen könnten gar nicht mithalten.Das Budget mal weggelassen,ich finde jetzt keinen Schauspieler aus Deutschland gut genug um einen deutschen Dr.House darzustellen.Falls man sowas hier kopieren wollte.Meine Meinung nur.
    Da kann ich dir nur zustimmen. Das finde ich auch.

    @ MsHousefan: Danke für deinen ausführlichen und interessanten Bericht.:lächeln:

  6. #5
    Avatar von MsHousefan

    Registriert seit
    11.04.2011
    Beiträge
    663
    @Sandy House: gern geschehen

    hier sind mal noch 2 Bilder:



    und ich schätze in 3-4 Monaten gibt es auch den Mitschnitt der Konferenz online :Augenzwinkern_2:


    hier ist mal ein ähnlicher Vortrag von ihr:

    The House of Fan - Kath Lingenfelter - Hollywood Chemistry - 2011/03/27

    Thema hier war "Prescriptions from House, M.D.". Ich mag die Art und Weise in der sie ihre Reden hält, ist sehr erfrischend und man wird nicht dazu verleitet mit den Gedanken abzuschweifen :lächeln:

  7. #6
    Avatar von MsHousefan

    Registriert seit
    11.04.2011
    Beiträge
    663
    Hier ist endlich das Video von besagter Konferenz :Augenzwinkern_2:

    45 Minuten lang, aber definitiv empfehlenswert zu gucken!!!

    The House of Fan - Kath Lingenfelter - Science Meets Fiction - House M.D.

    Viel Spaß!

  8. #7
    Avatar von ~Noa~

    Registriert seit
    20.04.2009
    Beiträge
    771
    Vielen Dank für das Video! Ihr Vortrag hat mir auch wieder gezeigt, was mir an der Serie so gut gefallen hat. In den Beispielen ging es wirklich um die Dinge, die House außergewöhnlich gemacht haben. House als Lehrer vermisse ich sehr, und dass sie betont, dass das medizinische Rätsel und die Charaktere und nicht die persönlichen Beziehungsprobleme im Vordergrund stehen sollen, klingt fast paradox, wenn man an S7 denkt.

    Ich glaube schon, dass man so etwas wie House auch in Deutschland produzieren könnte - es gibt auch hier gute Schauspieler. Hans Werner Meyer zum Beispiel könnte ich mir schon in so einer Rolle vorstellen. Ist der Bergdoktor eigentlich die einzige Serie, die hier entfernt mit Medizin zu tun hat? Irgendwie schon komisch, das als Vergleich zu nehmen.

    Kath Lingenfelter ist mir sehr sympathisch (was vielleicht auch daran liegt, dass sie Tweets beantwortet, lol!). Ich wäre zu gern auch dabei gewesen! Schade, dass du nicht mit ihr sprechen konntest. Bestimmt hätte sie sich sehr gefreut.

  9. #8
    Avatar von MsHousefan

    Registriert seit
    11.04.2011
    Beiträge
    663
    Zitat Zitat von ~Noa~ Beitrag anzeigen
    Ist der Bergdoktor eigentlich die einzige Serie, die hier entfernt mit Medizin zu tun hat? Irgendwie schon komisch, das als Vergleich zu nehmen.

    Kath Lingenfelter ist mir sehr sympathisch (was vielleicht auch daran liegt, dass sie Tweets beantwortet, lol!). Ich wäre zu gern auch dabei gewesen! Schade, dass du nicht mit ihr sprechen konntest. Bestimmt hätte sie sich sehr gefreut.
    Also in der anschließenden Diskussion ging es dann nicht nur um den Bergdoktor. In aller Freundschaft, Schwarzwaldklinik, Dr. Molly & Karl, usw. wurden schon auch noch erwähnt^^

    Und ja, sie ist wirklich sehr sympathisch und ich hätte gerne mit ihr persönlich auf der Konferenz gesprochen. Naja, wir haben das dann per DM auf Twitter nachgeholt :Augenzwinkern_2:

    Sie hat mir mal erzählt, dass sie eventuell an einem "Writers Workshop" nächstes Jahr in Berlin teilnehmen wird. Vielleicht ergibt sich also doch noch eine Gelegenheit :lächeln:

Ähnliche Themen

  1. Wo wart ihr am 11. September?
    Von angel29.01 im Forum Menschen, Gedanken und Empfindungen
    Antworten: 155
    Letzter Beitrag: 19.09.11, 09:58
  2. Gewinnspiel: "Meet & Greet" mit Lisa Edelstein am 15. September 2011 in Wien
    Von MsHousefan im Forum Lisa Edelstein (als Dr. Lisa Cuddy)
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 12.09.11, 07:01
  3. Hugh Laurie Konzerte: Hamburg - 27. April 2011 und Berlin - 28. April 2011
    Von candy im Forum Hugh Laurie (als Dr. Gregory House)
    Antworten: 177
    Letzter Beitrag: 31.05.11, 17:00
  4. Bundestagwahl am 27. September 2009
    Von saoirse im Forum Neuigkeiten, Politik und Religion
    Antworten: 62
    Letzter Beitrag: 09.10.09, 14:46
  5. Am 5. September ist es soweit...
    Von regenspazierer im Forum Allgemeine Sachen zur 3. Staffel
    Antworten: 39
    Letzter Beitrag: 26.02.07, 21:35