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Allgemeines zu Hugh/House

Erstellt von mak-asgard, 25.05.2006, 00:54 Uhr · 997 Antworten · 135.140 Aufrufe

  1. #771
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    Das mag in Deutschland so sein und vielleicht auch in den USA , aber so wurde es ja in der Serie nicht dargestellt. Dort wurde ein äußerst provokanter Dr. House gezeigt, der Vicodinpillen wie Smarties eingeworfen hat und Patienten, nur weil sie eine eingehendere Untersuchung auf eine eventuelle Geschlechtskrankheit (mit Bluttests etc.) angefordert haben mit einem Thermometer im Hintern bestrafte. Dr. House hat sich im Zusammenhang mit dem Polizisten echt wie ein psychisch kranker Mensch mit ernsthaften Wahrnehmungstörungen verhalten. Er hätte mehrfach die Kuh vom Eis kriegen können mit einer Entschuldigung bevor die Situation eskalierte und hat die Gelegenheit nicht ergriffen, obwohl er als geistig gesunder Mensch, der nicht an einer ernsthaften Wahrnehmungstörung leidet, den Ernst der Lage hätte erkennen müssen. Das Thermometer im Hintern ist Mißbrauch am Patienten, das fand ich nicht mehr lustig. Die menschenverachtende Art mit der er Patienten in Staffel drei behandelte hatte Dimensionen angenommen, die für ein Krankenhaus nicht mehr tragbar waren und Lisa Cuddy hätte ihn da entlassen müssen. Was sie für mich ja als Chefin so unmöglich machte, denn was House betrifft leidet sie auch an Wahrnehmungsstörungen.

    Die Art wie die Serie aufgebaut ist, ließ einfach nicht den Schluß zu, dass die anderen im Unrecht waren. Es ist ja manches in dieser Serie einfach Fantasy (wie z.B. dass Chase, am Anfang noch Internist, mir nichts die nichts zum Chirurg wird, dabei dauert diese Fachausbildung auch in den USA mehrere Jahre). Mag sein, dass in der Realität Dr. House seine behandlenden Ärzte hätte verklagen können, aber da davon in der Serie nicht einmal die Rede war (und Dr. House hätte das sicher al Drohkulisse aufgebaut, wäre das in der alternativen Realität dieser Serie möglich gewesen), können wir getrost annehmen, dass er in der Serie bereits drogensüchtig war.
    Aaach, frisches Blut! Erstens mal, willkommen im Forum. Aber deine Diskussion zum Thema ist zumindest an dieser Stelle off topic. Wenn ein Mod diesen Beitrag an einer geeigneten Stelle verschieben würde, währe ich sehr dankbar.

    Back zu topic: Einiges an House M.D. ist fiction, missachtet einige Realitäten. Manchmal ist dies aus stilistischen Gründen so, wie die nahezu völlige Abwesenheit von medizinischen Hilfspersonal. Aber ich stehe dazu, dass Cuddy selber einige Sünden auf dem Konto hatte, gerade auch im genannten Fall, und deswegen nicht nur Houses Allerwertesten rettete.

    OT: Chase war Intensivist, nicht internist. Ein Intensivist ist so was wie ein Anästhesist und Notfallmediziner. Er kümmert sich um die Patienten auf der Intensivstation. Die Interessen und Begabungen prädisponieren ihn für eine Zweitkarriere in der Chirurgie. Und House wurde von Tritter vor dem ganzen Geplänkel mit Tritter von diesem zum Stolpern gebracht, er konnte sich gerade an der Wand festhalten. Und die Pillen nahm er sehr öffentlich und provokativ, aber er hat auch einen 'Böser Junge Image' zu wahren. Die Alternative zur öffentlicher Pilleneinnahme wäre Einnahme im Verborgenen. Warum soll er sich eignetlich dafür schämen, ein Medikament zu benötigen? Er ist ein Arzt, er zeigt somit, dass Behinderung keine Schande ist.

  2. #771
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    Das mag in Deutschland so sein und vielleicht auch in den USA , aber so wurde es ja in der Serie nicht dargestellt. Dort wurde ein äußerst provokanter Dr. House gezeigt, der Vicodinpillen wie Smarties eingeworfen hat und Patienten, nur weil sie eine eingehendere Untersuchung auf eine eventuelle Geschlechtskrankheit (mit Bluttests etc.) angefordert haben mit einem Thermometer im Hintern bestrafte. Dr. House hat sich im Zusammenhang mit dem Polizisten echt wie ein psychisch kranker Mensch mit ernsthaften Wahrnehmungstörungen verhalten. Er hätte mehrfach die Kuh vom Eis kriegen können mit einer Entschuldigung bevor die Situation eskalierte und hat die Gelegenheit nicht ergriffen, obwohl er als geistig gesunder Mensch, der nicht an einer ernsthaften Wahrnehmungstörung leidet, den Ernst der Lage hätte erkennen müssen. Das Thermometer im Hintern ist Mißbrauch am Patienten, das fand ich nicht mehr lustig. Die menschenverachtende Art mit der er Patienten in Staffel drei behandelte hatte Dimensionen angenommen, die für ein Krankenhaus nicht mehr tragbar waren und Lisa Cuddy hätte ihn da entlassen müssen. Was sie für mich ja als Chefin so unmöglich machte, denn was House betrifft leidet sie auch an Wahrnehmungsstörungen.

    Die Art wie die Serie aufgebaut ist, ließ einfach nicht den Schluß zu, dass die anderen im Unrecht waren. Es ist ja manches in dieser Serie einfach Fantasy (wie z.B. dass Chase, am Anfang noch Internist, mir nichts die nichts zum Chirurg wird, dabei dauert diese Fachausbildung auch in den USA mehrere Jahre). Mag sein, dass in der Realität Dr. House seine behandlenden Ärzte hätte verklagen können, aber da davon in der Serie nicht einmal die Rede war (und Dr. House hätte das sicher al Drohkulisse aufgebaut, wäre das in der alternativen Realität dieser Serie möglich gewesen), können wir getrost annehmen, dass er in der Serie bereits drogensüchtig war.
    Aaach, frisches Blut! Erstens mal, willkommen im Forum. Aber deine Diskussion zum Thema ist zumindest an dieser Stelle off topic. Wenn ein Mod diesen Beitrag an einer geeigneten Stelle verschieben würde, währe ich sehr dankbar.

    Back zu topic: Einiges an House M.D. ist fiction, missachtet einige Realitäten. Manchmal ist dies aus stilistischen Gründen so, wie die nahezu völlige Abwesenheit von medizinischen Hilfspersonal. Aber ich stehe dazu, dass Cuddy selber einige Sünden auf dem Konto hatte, gerade auch im genannten Fall, und deswegen nicht nur Houses Allerwertesten rettete.

    OT: Chase war Intensivist, nicht internist. Ein Intensivist ist so was wie ein Anästhesist und Notfallmediziner. Er kümmert sich um die Patienten auf der Intensivstation. Die Interessen und Begabungen prädisponieren ihn für eine Zweitkarriere in der Chirurgie. Und House wurde von Tritter vor dem ganzen Geplänkel mit Tritter von diesem zum Stolpern gebracht, er konnte sich gerade an der Wand festhalten. Und die Pillen nahm er sehr öffentlich und provokativ, aber er hat auch einen 'Böser Junge Image' zu wahren. Die Alternative zur öffentlicher Pilleneinnahme wäre Einnahme im Verborgenen. Warum soll er sich eignetlich dafür schämen, ein Medikament zu benötigen? Er ist ein Arzt, er zeigt somit, dass Behinderung keine Schande ist.

  3. #772
    Violett's Avatar

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    Ich finde, dass man House nicht die Schuld in die Schuhe schieben sollte, dass er der alleinige Verursacher von den Problemen mit Tritter gewesen sei. Denn Tritter selbst hat den Stein ins rollen gebracht. Er hat House an seiner verwundbarsten Stelle angegriffen in dem er ihm den Stock weggetreten hat.
    Mittlerweile müsste doch wirklich jeder aufmerksame Housezuschauer wissen, wie sensibel und verletzbar House ist, wenn es um sein krankes Bein bzw. seine Behinderung geht.
    Ich bin bis heute überrascht, dass House Tritter „nur“ ein Thermometer in den Allerwertesten gesteckt hat.

    Ach ja, es stört mich gewaltig, dass House immer als DER „böse Junge“ dargestellt wird, während den anderen Charakteren scheinbar alles verziehen wird.

    Nebenbei bemerkt ist House nicht der gemeine Junkie von der Straße, sondern ein Schmerzpatient der unglücklicherweise von seinen Schmerzmedikamenten abhängig geworden ist.

  4. #772
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    Ich finde, dass man House nicht die Schuld in die Schuhe schieben sollte, dass er der alleinige Verursacher von den Problemen mit Tritter gewesen sei. Denn Tritter selbst hat den Stein ins rollen gebracht. Er hat House an seiner verwundbarsten Stelle angegriffen in dem er ihm den Stock weggetreten hat.
    Mittlerweile müsste doch wirklich jeder aufmerksame Housezuschauer wissen, wie sensibel und verletzbar House ist, wenn es um sein krankes Bein bzw. seine Behinderung geht.
    Ich bin bis heute überrascht, dass House Tritter „nur“ ein Thermometer in den Allerwertesten gesteckt hat.

    Ach ja, es stört mich gewaltig, dass House immer als DER „böse Junge“ dargestellt wird, während den anderen Charakteren scheinbar alles verziehen wird.

    Nebenbei bemerkt ist House nicht der gemeine Junkie von der Straße, sondern ein Schmerzpatient der unglücklicherweise von seinen Schmerzmedikamenten abhängig geworden ist.

  5. #773
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    Guter post, Violett!

    So, jetzt kann ich auf den Post von MissMoneypenny besser eingehen.

    Wie gesagt, House wirft die Vicodinpillen provokant ein. Wenn man aber genau hinschaut, nimmt er im Verlauf eines ‚Arbeitstages‘ in PPTH durchschnittlich 3-4 mal Pillen ein. Wie ich schon vorhin gesagt habe, ist diese Anzahl Pillen bei Vicodin, dessen Wirkung so ca. 3-4 Stunden andauert, zwar übermässig (bis zu 80 mg/24h), jedoch nicht wirklich als ‚exzessiv‘ zu bezeichnen. Bei seinem Konsum hat mir übrigens mehr die Dosis am ‚harmlosen‘ Paracetamol ein Dorn im Auge als die Dosis am Narkotikum Hydrocodein. Denn das unscheinbare Paracetamol kann einen viel schneller umbringen (Leberversagen) als das ‚böse‘ Opiat. Eines der Hauptprobleme bei House ist seine Grundehrlichkeit (er sagt sogar sehr schnell, wann er lügt :Zunge: ). Diese Ehrlichkeit äussert sich eben auch in öffentliche Pilleneinnahme und manchmal schonungslosen Ehrlichkeit den Patienten gegenüber. Hart, aber besser als Heuchelei für sehr viele Patienten.

    Quote Originally Posted by MissMoneypenny View Post
    Dort wurde ein äußerst provokanter Dr. House gezeigt, der … Patienten, nur weil sie eine eingehendere Untersuchung auf eine eventuelle Geschlechtskrankheit (mit Bluttests etc.) angefordert haben mit einem Thermometer im Hintern bestrafte. Dr. House hat sich im Zusammenhang mit dem Polizisten echt wie ein psychisch kranker Mensch mit ernsthaften Wahrnehmungsstörungen verhalten. Die Realität und die Konsequenzen seines Handelns entglitten ihm mehr und mehr. Er hätte mehrfach die Kuh vom Eis kriegen können mit einer einfachen Entschuldigung bevor die Situation eskalierte und hat die Gelegenheit nicht ergriffen, obwohl er als geistig gesunder Mensch, der nicht an einer ernsthaften Wahrnehmungsstörung leidet, den Ernst der Lage hätte erkennen müssen (aber als hochgradig Süchtiger war er dazu natürlich nicht mehr in der Lage). Das Thermometer im Hintern ist Missbrauch am Patienten, das fand ich nicht mehr lustig.
    Wie Violett schon richtigerweise feststellte, war die Situation etwas anderes gelagert. Tritter ist ein gutbezahlter Polizist mit einer ordentlichen Krankenversicherung. Die Klinik ist eigentlich eine kostenlose Anlaufstelle für Menschen ohne Krankenversicherung. Sein Erscheinen in der Klinik war an sich schon eine Unverschämtheit. Dann äussert er seine Angst, eine übertragbare Geschlechtskrankheit zu haben. House ist ein Spezialist für Infektionskrankheiten, und sieht auf den ersten Blick, dass Tritter nur eine oberflächliche Reizung der Haut hat, welche nicht durch eine 5exuell übertragbare Krankheit stammt sondern von einem Übermass an Nikotinkaugummi. Tritter ist aber jemand, der gerne Befehle erteilt und es nicht ertragen kann, ein ‚nein‘ zu bekommen, und fordert eine unnötige und teuere Untersuchung. Jeder andere Patient währe über die Beurteilung von House froh gewesen und hätte sich erleichtert angezogen und verabschiedet. Tritter fordert (wohlverstanden, in einer kostenlosen Klinik!) den nutzlosen und teueren Test. Wenn House den verweigert, wird ihm der Stock weggetreten. Mindestens 50% der Menschen reagieren auf einen physischen Angriff mit Gegenangriff. Von der Hälfte dieser 50% hätte Tritter ‚eine‘ Eigefangen. Die Sache mit dem Thermometer war eher stylisch und harmlos. House fühlte sich erniedrigt, und reagierte damit, Tritter zu erniedrigen. Cuddy hörte House nicht an, sondern masste sich sofort einen Urteil an und verlangte von House, sich zu entschuldigen. Eigentlich hätte Tritter House eine Entschuldigung geschuldet.

    House seinerseits geht nicht mit seinem Innenleben hausieren. Er versuchte sogar, sich zu entschuldigen, und Tritter bestand jedoch darauf, ihn zu erniedrigen. Wegen einer persönlichen Fehde wurden die Patienten von Wilson gefährdet, die Patienten von House ebenso, und House wurde gefoltert, von seinen engsten Freunden und Vertrauensärzten.

    Quote Originally Posted by MissMoneypenny View Post
    Die menschenverachtende Art mit der er Patienten in Staffel drei behandelte hatte Dimensionen angenommen, die für ein Krankenhaus nicht mehr tragbar waren und Lisa Cuddy hätte ihn da entlassen müssen. Was sie für mich ja als Chefin so unmöglich machte, denn was House betrifft leidet sie auch an Wahrnehmungsstörungen bzw. an Co-Abhängigkeit zu einem Süchtigen.

    Die Art wie die Serie aufgebaut ist, ließ einfach nicht den Schluss zu, dass die anderen im Unrecht waren. Es ist ja manches in dieser Serie einfach Fantasy (wie z.B. dass Chase, am Anfang noch Internist, mir nichts dir nichts zum Chirurgen wird, dabei dauert diese Fachausbildung auch in den USA mehrere Jahre). Mag sein, dass in der Realität Dr. House seine behandelnden Ärzte hätte verklagen können (was ich aber auch nicht glaube), aber da davon in der Serie nicht einmal die Rede war (und Dr. House hätte das sicher als Drohkulisse aufgebaut, wäre das möglich gewesen),
    Ich mache hier einen Schnitt damit wir ein Thema nach dem Anderen abhandeln können.

    House hat das Krankenhaus nie wegen der Fehldiagnose und wegen seiner Behinderung angeklagt, obwohl er dabei einige Millionen hätte ausschlagen können. Dies weil dieses Verhalten seiner Lebensphilosophie wiederspricht, dass man eben damit rechnen muss, dass Menschen Fehler machen, und dass Fehler in der Medizin unausweichlich sind. Wie sagte er einmal zu Kutner: Niemand mag einen Verräter. Er hätte damals PPTH nicht angeklagt, und würde nie im Leben seine Freunde anklagen, egal was sie ihm antun.

    Quote Originally Posted by MissMoneypenny View Post
    … können wir getrost annehmen, dass er in der Serie bereits drogensüchtig war bzw. die Drehbuchschreiber ihn als drogensüchtig eingestuft haben. Jedenfalls zeigt er in allen Punkten das Verhalten eines Junkies und so sehen ihn alle anderen, außer ihm selbst, auch. Außerdem wurde ja auch mehrfach aufgezeigt, dass ein großer Teil seiner Schmerzen seelischer Natur waren. Langsam glaube ich wirklich, wir haben zwei verschiedene Versionen der Serie gesehen. ;-) Vielleicht gehen ja auch in der Übersetzung Nuancen verloren, ich habe die Serie noch nicht auf Deutsch gesehen.
    Ich sehe die Serie ausschliesslich auf Englisch, und verstehe jedes Wort davon, kann manche Dialoge mitsprechen bzw. mittippen. Daran liegt es nicht. Aber die Geschichte in ‚Three Stories‘ braucht einer Interpretation. Der Typ in der Aufnahme GLAUBTE, House sei ein Drogensüchtiger, weil sich House die Spritze selber verabreichte. House war jedoch kein Drogensüchtiger, sondern ein Arzt. Er war vor Schmerzen fast wahnsinnig und hatte noch nie Geduld mit ‚Idioten‘, die zu lange zögern. Die Vorurteile Drogensüchtigen gegenüber hatten letztlich seine Behinderung und seine Drogensucht erst verursacht, nicht anders rum.

    Es ist ein Riesenunterschied, ob jemand (aus Langeweile? Wegen psychischen Problemen?) Drogen konsumiert oder ob ein Schmerzpatient von seinem rechtens verschriebenen Medikament abhängig wird. Es ist eigentlich eine Arroganz der Gesunden, Schmerzpatienten als Junkies zu verurteilen und es ist ein häufiges Missverständnis, psychosomatische Schmerzen nicht ernst zu nehmen. Jeder Schmerz, der nicht vorgegaukelt wird (Rentenneurose, Münchhausen-Syndrom, Drogensucht) ist echt. Schmerz jeder Art entsteht eh nur im Gehirn. Ohne Gehirn kein Schmerzempfinden, so einfach ist das, somit braucht jeder Schmerz eine Behandlung. Die Behandlungsmethode mag sich je nach Ursache unterscheiden, nicht jedoch die Berechtigung, schmerzfrei zu sein.

  6. #773
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    Guter post, Violett!

    So, jetzt kann ich auf den Post von MissMoneypenny besser eingehen.

    Wie gesagt, House wirft die Vicodinpillen provokant ein. Wenn man aber genau hinschaut, nimmt er im Verlauf eines ‚Arbeitstages‘ in PPTH durchschnittlich 3-4 mal Pillen ein. Wie ich schon vorhin gesagt habe, ist diese Anzahl Pillen bei Vicodin, dessen Wirkung so ca. 3-4 Stunden andauert, zwar übermässig (bis zu 80 mg/24h), jedoch nicht wirklich als ‚exzessiv‘ zu bezeichnen. Bei seinem Konsum hat mir übrigens mehr die Dosis am ‚harmlosen‘ Paracetamol ein Dorn im Auge als die Dosis am Narkotikum Hydrocodein. Denn das unscheinbare Paracetamol kann einen viel schneller umbringen (Leberversagen) als das ‚böse‘ Opiat. Eines der Hauptprobleme bei House ist seine Grundehrlichkeit (er sagt sogar sehr schnell, wann er lügt :Zunge: ). Diese Ehrlichkeit äussert sich eben auch in öffentliche Pilleneinnahme und manchmal schonungslosen Ehrlichkeit den Patienten gegenüber. Hart, aber besser als Heuchelei für sehr viele Patienten.

    Quote Originally Posted by MissMoneypenny View Post
    Dort wurde ein äußerst provokanter Dr. House gezeigt, der … Patienten, nur weil sie eine eingehendere Untersuchung auf eine eventuelle Geschlechtskrankheit (mit Bluttests etc.) angefordert haben mit einem Thermometer im Hintern bestrafte. Dr. House hat sich im Zusammenhang mit dem Polizisten echt wie ein psychisch kranker Mensch mit ernsthaften Wahrnehmungsstörungen verhalten. Die Realität und die Konsequenzen seines Handelns entglitten ihm mehr und mehr. Er hätte mehrfach die Kuh vom Eis kriegen können mit einer einfachen Entschuldigung bevor die Situation eskalierte und hat die Gelegenheit nicht ergriffen, obwohl er als geistig gesunder Mensch, der nicht an einer ernsthaften Wahrnehmungsstörung leidet, den Ernst der Lage hätte erkennen müssen (aber als hochgradig Süchtiger war er dazu natürlich nicht mehr in der Lage). Das Thermometer im Hintern ist Missbrauch am Patienten, das fand ich nicht mehr lustig.
    Wie Violett schon richtigerweise feststellte, war die Situation etwas anderes gelagert. Tritter ist ein gutbezahlter Polizist mit einer ordentlichen Krankenversicherung. Die Klinik ist eigentlich eine kostenlose Anlaufstelle für Menschen ohne Krankenversicherung. Sein Erscheinen in der Klinik war an sich schon eine Unverschämtheit. Dann äussert er seine Angst, eine übertragbare Geschlechtskrankheit zu haben. House ist ein Spezialist für Infektionskrankheiten, und sieht auf den ersten Blick, dass Tritter nur eine oberflächliche Reizung der Haut hat, welche nicht durch eine 5exuell übertragbare Krankheit stammt sondern von einem Übermass an Nikotinkaugummi. Tritter ist aber jemand, der gerne Befehle erteilt und es nicht ertragen kann, ein ‚nein‘ zu bekommen, und fordert eine unnötige und teuere Untersuchung. Jeder andere Patient währe über die Beurteilung von House froh gewesen und hätte sich erleichtert angezogen und verabschiedet. Tritter fordert (wohlverstanden, in einer kostenlosen Klinik!) den nutzlosen und teueren Test. Wenn House den verweigert, wird ihm der Stock weggetreten. Mindestens 50% der Menschen reagieren auf einen physischen Angriff mit Gegenangriff. Von der Hälfte dieser 50% hätte Tritter ‚eine‘ Eigefangen. Die Sache mit dem Thermometer war eher stylisch und harmlos. House fühlte sich erniedrigt, und reagierte damit, Tritter zu erniedrigen. Cuddy hörte House nicht an, sondern masste sich sofort einen Urteil an und verlangte von House, sich zu entschuldigen. Eigentlich hätte Tritter House eine Entschuldigung geschuldet.

    House seinerseits geht nicht mit seinem Innenleben hausieren. Er versuchte sogar, sich zu entschuldigen, und Tritter bestand jedoch darauf, ihn zu erniedrigen. Wegen einer persönlichen Fehde wurden die Patienten von Wilson gefährdet, die Patienten von House ebenso, und House wurde gefoltert, von seinen engsten Freunden und Vertrauensärzten.

    Quote Originally Posted by MissMoneypenny View Post
    Die menschenverachtende Art mit der er Patienten in Staffel drei behandelte hatte Dimensionen angenommen, die für ein Krankenhaus nicht mehr tragbar waren und Lisa Cuddy hätte ihn da entlassen müssen. Was sie für mich ja als Chefin so unmöglich machte, denn was House betrifft leidet sie auch an Wahrnehmungsstörungen bzw. an Co-Abhängigkeit zu einem Süchtigen.

    Die Art wie die Serie aufgebaut ist, ließ einfach nicht den Schluss zu, dass die anderen im Unrecht waren. Es ist ja manches in dieser Serie einfach Fantasy (wie z.B. dass Chase, am Anfang noch Internist, mir nichts dir nichts zum Chirurgen wird, dabei dauert diese Fachausbildung auch in den USA mehrere Jahre). Mag sein, dass in der Realität Dr. House seine behandelnden Ärzte hätte verklagen können (was ich aber auch nicht glaube), aber da davon in der Serie nicht einmal die Rede war (und Dr. House hätte das sicher als Drohkulisse aufgebaut, wäre das möglich gewesen),
    Ich mache hier einen Schnitt damit wir ein Thema nach dem Anderen abhandeln können.

    House hat das Krankenhaus nie wegen der Fehldiagnose und wegen seiner Behinderung angeklagt, obwohl er dabei einige Millionen hätte ausschlagen können. Dies weil dieses Verhalten seiner Lebensphilosophie wiederspricht, dass man eben damit rechnen muss, dass Menschen Fehler machen, und dass Fehler in der Medizin unausweichlich sind. Wie sagte er einmal zu Kutner: Niemand mag einen Verräter. Er hätte damals PPTH nicht angeklagt, und würde nie im Leben seine Freunde anklagen, egal was sie ihm antun.

    Quote Originally Posted by MissMoneypenny View Post
    … können wir getrost annehmen, dass er in der Serie bereits drogensüchtig war bzw. die Drehbuchschreiber ihn als drogensüchtig eingestuft haben. Jedenfalls zeigt er in allen Punkten das Verhalten eines Junkies und so sehen ihn alle anderen, außer ihm selbst, auch. Außerdem wurde ja auch mehrfach aufgezeigt, dass ein großer Teil seiner Schmerzen seelischer Natur waren. Langsam glaube ich wirklich, wir haben zwei verschiedene Versionen der Serie gesehen. ;-) Vielleicht gehen ja auch in der Übersetzung Nuancen verloren, ich habe die Serie noch nicht auf Deutsch gesehen.
    Ich sehe die Serie ausschliesslich auf Englisch, und verstehe jedes Wort davon, kann manche Dialoge mitsprechen bzw. mittippen. Daran liegt es nicht. Aber die Geschichte in ‚Three Stories‘ braucht einer Interpretation. Der Typ in der Aufnahme GLAUBTE, House sei ein Drogensüchtiger, weil sich House die Spritze selber verabreichte. House war jedoch kein Drogensüchtiger, sondern ein Arzt. Er war vor Schmerzen fast wahnsinnig und hatte noch nie Geduld mit ‚Idioten‘, die zu lange zögern. Die Vorurteile Drogensüchtigen gegenüber hatten letztlich seine Behinderung und seine Drogensucht erst verursacht, nicht anders rum.

    Es ist ein Riesenunterschied, ob jemand (aus Langeweile? Wegen psychischen Problemen?) Drogen konsumiert oder ob ein Schmerzpatient von seinem rechtens verschriebenen Medikament abhängig wird. Es ist eigentlich eine Arroganz der Gesunden, Schmerzpatienten als Junkies zu verurteilen und es ist ein häufiges Missverständnis, psychosomatische Schmerzen nicht ernst zu nehmen. Jeder Schmerz, der nicht vorgegaukelt wird (Rentenneurose, Münchhausen-Syndrom, Drogensucht) ist echt. Schmerz jeder Art entsteht eh nur im Gehirn. Ohne Gehirn kein Schmerzempfinden, so einfach ist das, somit braucht jeder Schmerz eine Behandlung. Die Behandlungsmethode mag sich je nach Ursache unterscheiden, nicht jedoch die Berechtigung, schmerzfrei zu sein.

  7. #774
    Mel_S_1979's Avatar

    Join Date
    01.06.2009
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    Ich will mich jetzt mal nicht ganz so ausführlich äußern...aber ich finde, dass Du es Dir ein bißchen zu leicht machst. Ich vergöttere die Figur House (ist halt wirklich ein Unikat), aber die Drogensucht so leichtfertig zu sehen, ist meiner Meinung nach nicht richtig.

    "Nur" weil jemand auf Schmerzmittel angewiesen ist und Schmerzen hat, braucht er noch lange nicht süchtig zu werden. House WILL ja nicht mal ne Alternative versuchen. Aber naja, lassen wir die Diskussion um SEINE Person, da sie eh nur fiktiv ist.

    Ich nehme an, da Du sehr oft auf das Thema Drogen sehr empfindlich reagierst, hast Du damit schon Kontakt gehabt (in welcher Form auch immer). Nichtsdestotrotz nehme ich an, dass Du nicht die einzige hier bist, die medizinisch versiert ist und was davon versteht, was wir so als Hobby gucken (House). Und ich glaube, Vorurteile gegenüber Drogensüchtigen sind nicht immer nur Vorurteile, sondern Erfahrungen.
    Ich jedenfalls fände es alles andere als angenehm und sehr unseriös, würde ein Arzt (oder wer auch immer) seine Pillen vor mir einnehmen wie Bonbons. House weiß ja (wußte ja), dass er süchtig ist (war).

    Und was die anderen Medis angeht wie Paracetamol oder Aspirin... Bin generell der Meinung, es wird viel zu leichtfertig mit solchen Sachen umgegangen. Besonders was Antiphlogistika bzw. Analgetika angeht. Wenn ich überlege, wieviel Magengeschwüre oder Blutungen damit ausgelöst werden... ABer das sind ja dann immer "nur" Aspirin...

    Sorry, jetzt ist es halt doch länger geworden als ich wollte... :Augenrollen:
    ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Quote Originally Posted by Kathrina View Post
    Er ist ein Arzt, er zeigt somit, dass Behinderung keine Schande ist.
    Ein Arzt darf seine Sucht zur Schau stellen, weil er Arzt ist???? Interessant... Meiner Meinung nach genau im GEgenteil. ER ALS ARZT müßte eigentlich zeigen, dass diese Verhalten KEINE vernünftige Variante ist.
    oppelposts:

  8. #774
    Mel_S_1979's Avatar

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    Ich will mich jetzt mal nicht ganz so ausführlich äußern...aber ich finde, dass Du es Dir ein bißchen zu leicht machst. Ich vergöttere die Figur House (ist halt wirklich ein Unikat), aber die Drogensucht so leichtfertig zu sehen, ist meiner Meinung nach nicht richtig.

    "Nur" weil jemand auf Schmerzmittel angewiesen ist und Schmerzen hat, braucht er noch lange nicht süchtig zu werden. House WILL ja nicht mal ne Alternative versuchen. Aber naja, lassen wir die Diskussion um SEINE Person, da sie eh nur fiktiv ist.

    Ich nehme an, da Du sehr oft auf das Thema Drogen sehr empfindlich reagierst, hast Du damit schon Kontakt gehabt (in welcher Form auch immer). Nichtsdestotrotz nehme ich an, dass Du nicht die einzige hier bist, die medizinisch versiert ist und was davon versteht, was wir so als Hobby gucken (House). Und ich glaube, Vorurteile gegenüber Drogensüchtigen sind nicht immer nur Vorurteile, sondern Erfahrungen.
    Ich jedenfalls fände es alles andere als angenehm und sehr unseriös, würde ein Arzt (oder wer auch immer) seine Pillen vor mir einnehmen wie Bonbons. House weiß ja (wußte ja), dass er süchtig ist (war).

    Und was die anderen Medis angeht wie Paracetamol oder Aspirin... Bin generell der Meinung, es wird viel zu leichtfertig mit solchen Sachen umgegangen. Besonders was Antiphlogistika bzw. Analgetika angeht. Wenn ich überlege, wieviel Magengeschwüre oder Blutungen damit ausgelöst werden... ABer das sind ja dann immer "nur" Aspirin...

    Sorry, jetzt ist es halt doch länger geworden als ich wollte... :Augenrollen:
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    Er ist ein Arzt, er zeigt somit, dass Behinderung keine Schande ist.
    Ein Arzt darf seine Sucht zur Schau stellen, weil er Arzt ist???? Interessant... Meiner Meinung nach genau im GEgenteil. ER ALS ARZT müßte eigentlich zeigen, dass diese Verhalten KEINE vernünftige Variante ist.
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  9. #775
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    Medizinisch gesehen handelt sich beim House mit dem Vicodin eben nicht um eine Drogensucht (die Ami verwenden gerne dasselbe Wort für Drogen wie für Medikamente, wir haben in Europa unterschiedliche Ausdrücke dafür). Er ist von einem Medikament abhängig geworden, welches er LEGAL einnimmt. Das ist dann bei ihm vielleicht Schmerzmittelabusus und eben keine Drogensicht. Er geht nicht beim Drogendealer und kauft such 'Stoff', damit es ihm nicht so langweilig wird (wie damals Sherlock Holmes es, übrigens noch ganz legal, getan hatte). Er nimmt das Medikament, um seine Schmerzen zu behandeln, wohl wissend, dass mittlerweile das Heilmittel ein Problem wurde. Er macht trotzdem weiter, weil er Angst vor den Schmerzen hat, und nicht aus Angst vor dem Entzug (den hat er mindesten einmal freiwillig durchgezogen, für vier Wochen ohne Klinik).

    Für mich ist halt House in erster Linie ein normaler Schmerzpatient, und eben nicht in erster Linie ein Arzt.

    Natürlich wäre es nicht gut, wenn wir alle plötzlich so ungehemmt wie House mit der brutalen Ehrlichkeit alle um uns vor den Kopf stossen würden, wie das Mädchen, welches ihrer Mutter die letzte Hoffnung auf ein Überleben genommen hatte. Es ist eben die fiktive Figur House. Er tut allerlei Dinge, die man nicht tun kann, ohne die Stelle zu verlieren, gerade als Arzt. Er sieht es eben nicht für nötig, sich zu verstellen und für besser auszugeben, als er ist. Er hält sich eben nicht an unsere alltäglichen Normen, und das macht einen Grossteil seines Scharmes aus. Witziger weise aber will er seine edlere Motive dann lieber verstecken, ja er redet sei weg, weil er eben keinerlei Wert darauf legt, von der Umgebung gemocht zu werden (witziger weise mögen ihn seine Freunde eben doch so, wie er ist).

    Ich verteidige auch echte Drogensüchtige, wenn sie eine Verteidigung brauchen (denn auch die werden krank und brauchen dann medizinische Hilfe). Aber häufig erfüllen sie alle Klischees, die über sie so verbreitet werden. In erster Linie, um Wilson zu zitieren, schaden sie ihrer Umwelt bzw. ihren Mitmenschen. Schmerzmittelabhängige, hingegen, entsprechen mitnichten diesem Klischee. Wenn sie jemandem mit ihrem Missbrauch schaden, sind es meistens sie selber, schlimmstenfalls halt die Krankenversicherung (letzteres ist statistisch nicht gesichert, schliesslich leben sie teurer, aber kürzer, versicherungstechnisch gesehen.

  10. #775
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    Medizinisch gesehen handelt sich beim House mit dem Vicodin eben nicht um eine Drogensucht (die Ami verwenden gerne dasselbe Wort für Drogen wie für Medikamente, wir haben in Europa unterschiedliche Ausdrücke dafür). Er ist von einem Medikament abhängig geworden, welches er LEGAL einnimmt. Das ist dann bei ihm vielleicht Schmerzmittelabusus und eben keine Drogensicht. Er geht nicht beim Drogendealer und kauft such 'Stoff', damit es ihm nicht so langweilig wird (wie damals Sherlock Holmes es, übrigens noch ganz legal, getan hatte). Er nimmt das Medikament, um seine Schmerzen zu behandeln, wohl wissend, dass mittlerweile das Heilmittel ein Problem wurde. Er macht trotzdem weiter, weil er Angst vor den Schmerzen hat, und nicht aus Angst vor dem Entzug (den hat er mindesten einmal freiwillig durchgezogen, für vier Wochen ohne Klinik).

    Für mich ist halt House in erster Linie ein normaler Schmerzpatient, und eben nicht in erster Linie ein Arzt.

    Natürlich wäre es nicht gut, wenn wir alle plötzlich so ungehemmt wie House mit der brutalen Ehrlichkeit alle um uns vor den Kopf stossen würden, wie das Mädchen, welches ihrer Mutter die letzte Hoffnung auf ein Überleben genommen hatte. Es ist eben die fiktive Figur House. Er tut allerlei Dinge, die man nicht tun kann, ohne die Stelle zu verlieren, gerade als Arzt. Er sieht es eben nicht für nötig, sich zu verstellen und für besser auszugeben, als er ist. Er hält sich eben nicht an unsere alltäglichen Normen, und das macht einen Grossteil seines Scharmes aus. Witziger weise aber will er seine edlere Motive dann lieber verstecken, ja er redet sei weg, weil er eben keinerlei Wert darauf legt, von der Umgebung gemocht zu werden (witziger weise mögen ihn seine Freunde eben doch so, wie er ist).

    Ich verteidige auch echte Drogensüchtige, wenn sie eine Verteidigung brauchen (denn auch die werden krank und brauchen dann medizinische Hilfe). Aber häufig erfüllen sie alle Klischees, die über sie so verbreitet werden. In erster Linie, um Wilson zu zitieren, schaden sie ihrer Umwelt bzw. ihren Mitmenschen. Schmerzmittelabhängige, hingegen, entsprechen mitnichten diesem Klischee. Wenn sie jemandem mit ihrem Missbrauch schaden, sind es meistens sie selber, schlimmstenfalls halt die Krankenversicherung (letzteres ist statistisch nicht gesichert, schliesslich leben sie teurer, aber kürzer, versicherungstechnisch gesehen.

  11. #776
    Mel_S_1979's Avatar

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    @Violett: ... Sorry, hatte den letzten Abschnitt erst zu spät gesehen...

    Ansonsten: Das mit den Synonym Drogen und Medikamente gibt es hier selbstverständlich auch, das machen nicht nur die Amis so. Man unterscheidet hinsichtlich des Wortes lediglich Pharmazie (da ist eine Droge ein Rohstoff) von Allgemeinmedizin (suchterzeugende Substanz). Aber genau deswegen ist es mir auch gleich, ob Drogen- oder Medikamentensucht.
    Klar, wir lieben House, weil er so ist wie er ist. Aber dennoch ist ne Sucht eine Sucht, egal, woher sie kommt und was sie anrichtet. Und das heiße ich einfach nicht gut. Denn es gibt fast immer eine Alternative (es sei denn, ich bin auf der Palliativstation).

    In der Psychiatrie kommt er doch auch gut ohne Vicodin klar. Möglich ist es auf alle Fälle. Aber die Sucht ist natürlich KOpfsache und daher kann ich mir vorstellen, dass er irgendwann wieder zu Pillen greift (weiß ich nicht, bin kein Spoiler-fan).

  12. #776
    Mel_S_1979's Avatar

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    @Violett: ... Sorry, hatte den letzten Abschnitt erst zu spät gesehen...

    Ansonsten: Das mit den Synonym Drogen und Medikamente gibt es hier selbstverständlich auch, das machen nicht nur die Amis so. Man unterscheidet hinsichtlich des Wortes lediglich Pharmazie (da ist eine Droge ein Rohstoff) von Allgemeinmedizin (suchterzeugende Substanz). Aber genau deswegen ist es mir auch gleich, ob Drogen- oder Medikamentensucht.
    Klar, wir lieben House, weil er so ist wie er ist. Aber dennoch ist ne Sucht eine Sucht, egal, woher sie kommt und was sie anrichtet. Und das heiße ich einfach nicht gut. Denn es gibt fast immer eine Alternative (es sei denn, ich bin auf der Palliativstation).

    In der Psychiatrie kommt er doch auch gut ohne Vicodin klar. Möglich ist es auf alle Fälle. Aber die Sucht ist natürlich KOpfsache und daher kann ich mir vorstellen, dass er irgendwann wieder zu Pillen greift (weiß ich nicht, bin kein Spoiler-fan).

  13. #777
    Kathrina's Avatar

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    Quote Originally Posted by Mel_S_1979 View Post
    Ansonsten: Das mit den Synonym Drogen und Medikamente gibt es hier selbstverständlich auch, das machen nicht nur die Amis so. Man unterscheidet hinsichtlich des Wortes lediglich Pharmazie (da ist eine Droge ein Rohstoff) von Allgemeinmedizin (suchterzeugende Substanz). Aber genau deswegen ist es mir auch gleich, ob Drogen- oder Medikamentensucht.
    ...
    Aber dennoch ist ne Sucht eine Sucht, egal, woher sie kommt und was sie anrichtet. Und das heiße ich einfach nicht gut. Denn es gibt fast immer eine Alternative (es sei denn, ich bin auf der Palliativstation).
    Ich will einen Tisch auch einen Stuhl nennen, schliesslich ist es physisch möglich, sich darauf zu setzen. Wenn ich aber kommunizieren will, empfiehlt es sich, die korrekte Terminologie zu benützen.

    Du billigst 'Sucht' nie, es sei denn, man ist eh kurz vor dem Sterben. Alle anderen sollen mit nicht abhängig machenden Schmerzmitteln behandelt werden und mit dem damit unbehandelten Schmerz einfach weiter leben. Leb du nach deiner Prämisse, aber erwarte kein Verständnis von einem Schmerzkranken.

    Ich weiss, dass House nach 'Broken' scheinbar genau so gut ohne wie früher mit Vicodin leben kann. Die Autoren haben damit dem Charakter einen schlechten Dienst getan, den -zig Millionen Schmerkranken auch. Aber schliesslich konnte House nach der Ketamine Behandlung acht Meilen joggen ohne jegliches Hinken, nachdem man uns in 'Drei Beine' erklärt hatte, die Funktion des Beines sei schwer beeinträchtigt worden (was medizinisch und anatomisch vollkommen korrekt ist). Die Autoren drehen und wenden die Prämissen, wie es ihrem aktuellen Plot gerade passend erscheint. Fakt ist, sogar wenn ein Grossteil der Schmerzen von den Opiaten selber verursacht wurden (eine Theorie, woran sogar House selber gerne glaubte in 'Under My Skin'), dass es moralisch rechtens und billig ist, so schmerzfrei leben zu wollen wie es technisch machbar ist. Von da bis zur Drogensucht, die entsteht, wenn man sich besser fühlen will als Gesinde, ist ein meilenweiter Unterschied, medizinisch, psychologisch, rechtlich und moralisch gesehen.

    Wenn du Recht, Psychologie und Moral beiseite legst, dann ist das versehentliche Mitnehmen eines fremden Werbekugelschreibers genau dieselbe Tat wie wenn du demselben Menschen die Sparkasse mit 8‘000 € stielst.

  14. #777
    Kathrina's Avatar

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    Quote Originally Posted by Mel_S_1979 View Post
    Ansonsten: Das mit den Synonym Drogen und Medikamente gibt es hier selbstverständlich auch, das machen nicht nur die Amis so. Man unterscheidet hinsichtlich des Wortes lediglich Pharmazie (da ist eine Droge ein Rohstoff) von Allgemeinmedizin (suchterzeugende Substanz). Aber genau deswegen ist es mir auch gleich, ob Drogen- oder Medikamentensucht.
    ...
    Aber dennoch ist ne Sucht eine Sucht, egal, woher sie kommt und was sie anrichtet. Und das heiße ich einfach nicht gut. Denn es gibt fast immer eine Alternative (es sei denn, ich bin auf der Palliativstation).
    Ich will einen Tisch auch einen Stuhl nennen, schliesslich ist es physisch möglich, sich darauf zu setzen. Wenn ich aber kommunizieren will, empfiehlt es sich, die korrekte Terminologie zu benützen.

    Du billigst 'Sucht' nie, es sei denn, man ist eh kurz vor dem Sterben. Alle anderen sollen mit nicht abhängig machenden Schmerzmitteln behandelt werden und mit dem damit unbehandelten Schmerz einfach weiter leben. Leb du nach deiner Prämisse, aber erwarte kein Verständnis von einem Schmerzkranken.

    Ich weiss, dass House nach 'Broken' scheinbar genau so gut ohne wie früher mit Vicodin leben kann. Die Autoren haben damit dem Charakter einen schlechten Dienst getan, den -zig Millionen Schmerkranken auch. Aber schliesslich konnte House nach der Ketamine Behandlung acht Meilen joggen ohne jegliches Hinken, nachdem man uns in 'Drei Beine' erklärt hatte, die Funktion des Beines sei schwer beeinträchtigt worden (was medizinisch und anatomisch vollkommen korrekt ist). Die Autoren drehen und wenden die Prämissen, wie es ihrem aktuellen Plot gerade passend erscheint. Fakt ist, sogar wenn ein Grossteil der Schmerzen von den Opiaten selber verursacht wurden (eine Theorie, woran sogar House selber gerne glaubte in 'Under My Skin'), dass es moralisch rechtens und billig ist, so schmerzfrei leben zu wollen wie es technisch machbar ist. Von da bis zur Drogensucht, die entsteht, wenn man sich besser fühlen will als Gesinde, ist ein meilenweiter Unterschied, medizinisch, psychologisch, rechtlich und moralisch gesehen.

    Wenn du Recht, Psychologie und Moral beiseite legst, dann ist das versehentliche Mitnehmen eines fremden Werbekugelschreibers genau dieselbe Tat wie wenn du demselben Menschen die Sparkasse mit 8‘000 € stielst.

  15. #778
    Mel_S_1979's Avatar

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    Dass zusätzlicher Schmerz von einer Dauereinnahme von Schmerzmitteln Tatsache sein kann, ist ja nun hinlänglich bekannt. Ich möchte das gar nicht mehr auf House beziehen, da er ja - wie schon mehrfach erwähnt - eine fiktionale Figur ist. In der Serie weicht einiges von der Realität ab. (Gott sei Dank, wie ich finde)

    Ja, ich billige Sucht in keinerlei Weise. Ich kenne leider Gottes auch Menschen - habe sogar zeitweise mit ihnen gearbeitet - , die einen tierischen Dauerschmerz haben. Selbst mein im Sterben liegender Schwiegervater wollte lieber auf Morphium (was ihm auch nur zum Teil half) verzichten, um nicht abhängig zu werden (klar, der Gedanke war natürlich in dem Moment uninteressant für uns drumherum).
    Schmerz ist für mich kein Argument, um eine Sucht zu erklären.
    Und es gibt glücklicherweise genug Betroffene, die das selber so sehen. Es ist einfach mitunter eine Charakterfrage, ob man sich leichtfertig mit solchen Präparaten zuschüttet oder ob man einfach mal versucht, ernsthaft Alternativen zu finden, sofern es sie gibt, und dann danach handelt.

    Aber dabei belasse ich es. Jeder hat hier seine Meinung und das ist auch gut so. Laß uns lieber mal wieder "back to topic" gehen.

  16. #778
    Mel_S_1979's Avatar

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    Dass zusätzlicher Schmerz von einer Dauereinnahme von Schmerzmitteln Tatsache sein kann, ist ja nun hinlänglich bekannt. Ich möchte das gar nicht mehr auf House beziehen, da er ja - wie schon mehrfach erwähnt - eine fiktionale Figur ist. In der Serie weicht einiges von der Realität ab. (Gott sei Dank, wie ich finde)

    Ja, ich billige Sucht in keinerlei Weise. Ich kenne leider Gottes auch Menschen - habe sogar zeitweise mit ihnen gearbeitet - , die einen tierischen Dauerschmerz haben. Selbst mein im Sterben liegender Schwiegervater wollte lieber auf Morphium (was ihm auch nur zum Teil half) verzichten, um nicht abhängig zu werden (klar, der Gedanke war natürlich in dem Moment uninteressant für uns drumherum).
    Schmerz ist für mich kein Argument, um eine Sucht zu erklären.
    Und es gibt glücklicherweise genug Betroffene, die das selber so sehen. Es ist einfach mitunter eine Charakterfrage, ob man sich leichtfertig mit solchen Präparaten zuschüttet oder ob man einfach mal versucht, ernsthaft Alternativen zu finden, sofern es sie gibt, und dann danach handelt.

    Aber dabei belasse ich es. Jeder hat hier seine Meinung und das ist auch gut so. Laß uns lieber mal wieder "back to topic" gehen.

  17. #779
    MissMoneypenny's Avatar

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    Um noch mal auf House und Tritter zurück zu kommen, hätte House Tritter in vernünftigem Ton erklärt, dass ein freies Krankenhaus nur begrenzte Mittel zur Verfügung hat und er als diensthabener Arzt nicht zum Schluss gekommen ist, dass ein weiterer Test notwendig wäre und für das Krankenhaus auch zu teuer (dezenter Hinweis auf Krankenversicherung des Patienten), wäre der Konflikt niemals so eskaliert. Und auch wenn Tritter House den Stock weggeschlagen hat, ein Thermometer im Hintern, das geht gar nicht. Wenn du im öffentlichen Dienst bei Publkumsverkehr so wenig Selbstbeherrschung an den Tag legst, darfst du dich nicht wundern, wenn du eine Menge Ärger kriegst. Bei Publikums/Kundenverkehr triffst du immer auf ............, damit muss man adequat umgehen können. Für mich war Houses Verhalten psychisch auffällig und er erinnerte mich (auch in seiner extremen Launenhaftigkeit) an einen Ex-Chef von mir der Alkoholiker war. Eine Freundin von mir, die in einer Suchtklinik gearbeitet hat, bestätigte mir das, dass House eine klare Suchtsymptomatik aufwies. Schmerzmittel, in hohen Dosen eingenommen, verändern außerdem die Persönlichkeit. Meine Oma hat auch Methadon in hohen Dosen gekriegt wegen Krebs und sie war total verändert, ich hab die gar nicht mehr wieder erkannt. Völlig wahrnehmungsgestört. Und sie hatte absolut nix am Hirn. Ab irgendeinem Punkt ist der Schmerzmittelpatient dann einfach nicht mehr arbeitsfähig und ich fand an dem Punkt war House in Staffel drei. Ich hatte auch den Eindruck, dass er immer mehr von dem Zeug nimmt.

  18. #779
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    Um noch mal auf House und Tritter zurück zu kommen, hätte House Tritter in vernünftigem Ton erklärt, dass ein freies Krankenhaus nur begrenzte Mittel zur Verfügung hat und er als diensthabener Arzt nicht zum Schluss gekommen ist, dass ein weiterer Test notwendig wäre und für das Krankenhaus auch zu teuer (dezenter Hinweis auf Krankenversicherung des Patienten), wäre der Konflikt niemals so eskaliert. Und auch wenn Tritter House den Stock weggeschlagen hat, ein Thermometer im Hintern, das geht gar nicht. Wenn du im öffentlichen Dienst bei Publkumsverkehr so wenig Selbstbeherrschung an den Tag legst, darfst du dich nicht wundern, wenn du eine Menge Ärger kriegst. Bei Publikums/Kundenverkehr triffst du immer auf ............, damit muss man adequat umgehen können. Für mich war Houses Verhalten psychisch auffällig und er erinnerte mich (auch in seiner extremen Launenhaftigkeit) an einen Ex-Chef von mir der Alkoholiker war. Eine Freundin von mir, die in einer Suchtklinik gearbeitet hat, bestätigte mir das, dass House eine klare Suchtsymptomatik aufwies. Schmerzmittel, in hohen Dosen eingenommen, verändern außerdem die Persönlichkeit. Meine Oma hat auch Methadon in hohen Dosen gekriegt wegen Krebs und sie war total verändert, ich hab die gar nicht mehr wieder erkannt. Völlig wahrnehmungsgestört. Und sie hatte absolut nix am Hirn. Ab irgendeinem Punkt ist der Schmerzmittelpatient dann einfach nicht mehr arbeitsfähig und ich fand an dem Punkt war House in Staffel drei. Ich hatte auch den Eindruck, dass er immer mehr von dem Zeug nimmt.

  19. #780
    Mel_S_1979's Avatar

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    Er legt ein Suchtverhalten an den Tag, weil er süchtig IST.
    Aber jetzt mal ehrlich: Wenn die Situation so gewesen wäre, wie Du sie jetzt geschildert hättest, würden wir die Serie nicht gucken bzw. würde es sie wahrscheinlich gar nicht geben. House ist eben House und genau das wollen wir doch auch, oder?

  20. #780
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    Er legt ein Suchtverhalten an den Tag, weil er süchtig IST.
    Aber jetzt mal ehrlich: Wenn die Situation so gewesen wäre, wie Du sie jetzt geschildert hättest, würden wir die Serie nicht gucken bzw. würde es sie wahrscheinlich gar nicht geben. House ist eben House und genau das wollen wir doch auch, oder?

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