Page 5 of 5 FirstFirst ... 345
Results 41 to 50 of 50

House's Bein

Erstellt von Sarapis, 25.11.2006, 01:02 Uhr · 49 Antworten · 43.449 Aufrufe

  1. #41
    Gregor Haus's Avatar

    Join Date
    29.06.2007
    Posts
    2.014
    An und für sich keine schlechte Idee, aber nicht der Muskel macht den Schmerz sondern die Nerven. Und die müssen nicht zwangsweise amputiert worden sein, auch wenn der Muskel weg ist.

    Kann mich nicht an den Wortlaut erinnern, aber wurde nicht in "Three Stories" gesagt, dass es etwas anderes ist?

  2. #41
    Gregor Haus's Avatar

    Join Date
    29.06.2007
    Posts
    2.014
    An und für sich keine schlechte Idee, aber nicht der Muskel macht den Schmerz sondern die Nerven. Und die müssen nicht zwangsweise amputiert worden sein, auch wenn der Muskel weg ist.

    Kann mich nicht an den Wortlaut erinnern, aber wurde nicht in "Three Stories" gesagt, dass es etwas anderes ist?

  3. #42
    Kathrina's Avatar

    Join Date
    11.12.2008
    Posts
    1.422
    Gerade habe ich dieses Thema entdeckt und, mennooo, da gibt es viel zu tun. Lassen wir's liegen, war mein erster Gedanke.

    Aber ich währe nicht ich, wenn ich nicht populärwissenschaftlich tätig werden wollte.

    Also, 'ran an den Speck!

    Thema Muskeltod: Es ist recht selten oder häufig, je nach dem, welche Art davon gemeint ist. Der langsame Muskeltod entsteht durch die PAVK, die Periphere Arterielle Verschlusskrankheit. Diese Krankheit ist besser bekannt als 'Raucherbein', weil sie in der überwältigenden Mehrzahl der Fälle Raucher befällt, welche sich die Gefässe in den Beinen durch das Rauchen zunehmend ruinieren. Im Prinzip verursachen die Reizstoffe im Rauch eine massiv zunehmende Arteriensklerose in den Beingefässen. Nach und nach verschlechtert sich die Durchblutung der Beine, und man bekommt zunächst die 'Schaufensterkrankheit': Die unterversorgten Beinmuskeln Schmerzen bei längeren Gehstrecken (erhöhter Sauerstoffbedarf), und die Person bleibt stehen. Beim Spaziergang in der Stadt tut die betroffene Person scheinbar interessiert und schaut sich die Schaufensterauslagen an, daher der Name, Schaufensterkrankheit. Die Schmerzen geben in der Ruhe nach (im Stehen eher besser als im Sitzen, denn da sind die Gefässe gerade und nicht geknickt). Diese Krankheit ist häufig und recht einfach zu diagnostizieren. Sie kommt schleichend und elten plötzlich, und stellt diagnostisch kaum Anforderungen an den Arzt (ein kaltes, graues und pulsloses Bein ist einfach zu diagnostizieren), sogar in den seltenen Fällen, wenn sie Nichtraucher befällt (diese haben dafür, wie die Raucher, erhöhtes Risiko für Arteriensklerose überall im Körper, also auch beim Herz und dem Gehirn. In der Regel dann sind die Herzprobleme eh führend, weshalb die hässlichen Spätschäden inklusive Amputation der nicht mehr zu rettenden Bein(teilen) bei den Nichtrauchern kaum je angetroffen werden (vorher ist das Herz ruiniert).

    Houses Fall ist, wie denn sonst, ein Zebra. Äusserst selten, kaum jemand denkt daran. Während eine Beinvenenthrombose die Venen verstopft und in erster Linie darum gefährlich ist, weil das gebildete Blutgerinnsel droht, in die Lunge zu geraten und eine schlimmstenfalls tödliche Lungenembolie zu verursachen, welche den Patienten töten kann, aber kaum je zum Verlust des Beines führen würde (schlechter Blutabfluss vom Bein kann in der Regel die Haut schädigen und Beingeschwüre verursachen, aber selten Schlimmeres), ist ein eher begrenzter Muskelinfarkt im Bein. Bei House war wohl die Arteria profunda femoris, und zwar unmittelbar vor den Ästen der Arteriae obliqua (eine der beiden bzw bei einem seltsamen Verlauf dem emeinsammen Stamm der beiden), betroffen. Diese befindet sich tief an der Vorderseite des Oberschenkels, eigentlich eher Mitte Oberschenkel, und die Arteriae oblique versorgen den bei House fehlenden geraden vordere Oberschenkelmuskel (unter Anderem). Währe nur einer dieser drei Äste betroffen gewesen, währe nichts passiert, denn die sind alle untereinander verbunden und die eine hätte die Blutversorgungsgebiet der ausgefallenen Arterie mit übernommen,somit musten sie unglücklicherweise als anatomishce Anomalie einen gemeisamen Stamm haben. Der Infarkt war durch ein Aneurysma im betroffenen Gefäss entstanden. Das ist eine Aufweitung des Gefässes, entweder angeboren, oder durch Verletzung oder Infektion entstanden. Irgendeinmal wird dise ausgeweitete Stelle einen verlangsamten Blutfluss zu Folge haben, und es entsteht dort wegen der Turbulenzen ein Blutgerinnsel, durch das Rauchen begünstigt (jedoch geht es auch ohne Rauchen).

    Wie kam House zu einem Aneurysma an dieser Stelle? Ha, heisse Frage. Manchmal ist es einfach Bindegewebeschwäche in den Gefässwänden, aber diese Menschen haben dann mehr als ein Aneurysma im Körper. Die Gefässe sind zwar gut geschützt, von Muskeln umgeben, jedoch sind die so genannten Arteriae perforantes eben so genannt, weil sie durch Muskeln hindurchgehen. Der Verlauf ist nicht 100% in Stein gemeisselt, komische Verläufe kommen vor. An einer Gefässabzweigung gibt es am ehesten Ablagerungen und somit Aneurismata. Was das Aneurysma aufgeweitet haben könnte, ist irgendeine Infektion: Bei einem Infektiologen nicht von der Hand zu weisen. Wobei ich betonen muss, dass House zwar unvorsichtig ist, jedoch hohe Hygienemassstäbe an sich und andere legt.

    Jetzt haben wir die Ursache und die Wirkung. Aber das ist nicht die ganze Geschichte. Die Arroganz der Annahme, ein Schmerzpatient suche in erster Linie nur nach einem Schuss, habe ich schon kritisiert. Diese Arroganz hat House invalidisiert.

    Hier wurde viel Mal die 'unschöne Narbe' kritisiert, gerade von paramedizinischem Personal, welches, mit Verlaub, in erster Line frische Narben zu sehen bekommt. Ich hingegen, habe schon sehr viele, und noch unschönere Narben bei Patienten gesehen, je älter, desto unschöner. Bei House handelte es sich um Notfalleingriff, und der Chirurg gab sich Mühe, den Schaden am Muskel zu minimieren. Bei diesem Verfahren ist die Ästhetik nicht so wichtig, es geht mehr darum, die Funktion möglichst zu erhalten. Die Hautnaht bei House ist gar nicht schlecht, nur der Krater ist unschön, was die Hautnaht selber verzerrt. House hat ja nach dem Eingriff die übrig gebliebenen Muskeln maximal trainiert, damit diese die Funktion der fehlenden Muskeln bestmöglich übernehmen können. Wie dann der Oberschenkel aussieht, ist direkte Folge dieses Muskelaufbaus, und die Hautnaht verzieht sich, erst recht nach dem Rückgang der massiven Schwellung, die am Anfang da gewesen sein muss.

    Woher der Schmerz?

    Diese Frage kann auch ich nicht restlos beantworten, da die Fallzahlen zu klein sind und die Frage sogar in der Literatur kaum gut dokumentiert ist. Der grösste Teil davon ist der Nervenschaden, zum Teil durch das Abschneiden der vielen kleinen Nervenenden beim Abschneiden der entfernten Muskeln, zum Teil durch den Nerven- und Gewebeschaden beim Abheilen der restlichen, nicht ganz abgestorbenen, jedoch geschädigten Muskeln. Letztlich sind es immer die Nerven, die durch die plötzlich entstandenen 'blinden Enden' verwirrt sind (Amputations- bzw- Phantomschmerz), aber auch diejenigen, die die vernarbten Muskeln versorgen, die sich lauthals über die Überbeanspruchung und die Einengung im Verlauf beklagen.

    Die Operation bei House wurde nicht vorgenommen, um die Schmerzen zu reduzieren, sondern um das abgestorbene Gewebe zu entfernen, welches beim Zerfall die Nieren und die übrigen Organe mit Abbauprodukten überschwemmen und auch die lokale Infektionsgefahr vervielfältigen. Wäre ich Stacy, hätte ich House die Entscheidung als letzter Rettungsversuch für sein Bein verkauft (denn währe das lokale Muskelsterben noch mehr fortgeschritten, hätte sich dort Gangrän bilden können). Gegen den Multiorganschaden hätte Dialyse helfen können, die man bei Crashopfern notfallmässig und sehr intensiv durchführen soll, um möglichst viel Abfallmaterial aus dem Kreislauf zu entfernen.

    Ein häufiger Fehler bei FF ist anzunehmen, House sei auf Blutverdünner wie Marcumar. Nein. Marcumar (englisch: Warfarine) verdünnt das Blut in den Venen, also dort, wo es langsam fliesst. Bei House wäre eine Verdünnung mit Aspirin sinnvoll, wenn überhaupt. Dieses ist eher für das Hochdruckgebiet zuständig). Und jemand mit Aneurysma an einer ungewöhnlichen Stelle gehört durch den MRT gezogen, damit man mögliche Aneurysmabildung im Kopf rechtzeitig erwischen kann, wenn der Grund Bindegewebeschwäche ist. Falls man dort fündig wird, sicher keine Blutverdünner!

    Eigentlich wollte ich etwas anderes hier besprechen, aber ich warte zuerst auf Feedback.

  4. #42
    Kathrina's Avatar

    Join Date
    11.12.2008
    Posts
    1.422
    Gerade habe ich dieses Thema entdeckt und, mennooo, da gibt es viel zu tun. Lassen wir's liegen, war mein erster Gedanke.

    Aber ich währe nicht ich, wenn ich nicht populärwissenschaftlich tätig werden wollte.

    Also, 'ran an den Speck!

    Thema Muskeltod: Es ist recht selten oder häufig, je nach dem, welche Art davon gemeint ist. Der langsame Muskeltod entsteht durch die PAVK, die Periphere Arterielle Verschlusskrankheit. Diese Krankheit ist besser bekannt als 'Raucherbein', weil sie in der überwältigenden Mehrzahl der Fälle Raucher befällt, welche sich die Gefässe in den Beinen durch das Rauchen zunehmend ruinieren. Im Prinzip verursachen die Reizstoffe im Rauch eine massiv zunehmende Arteriensklerose in den Beingefässen. Nach und nach verschlechtert sich die Durchblutung der Beine, und man bekommt zunächst die 'Schaufensterkrankheit': Die unterversorgten Beinmuskeln Schmerzen bei längeren Gehstrecken (erhöhter Sauerstoffbedarf), und die Person bleibt stehen. Beim Spaziergang in der Stadt tut die betroffene Person scheinbar interessiert und schaut sich die Schaufensterauslagen an, daher der Name, Schaufensterkrankheit. Die Schmerzen geben in der Ruhe nach (im Stehen eher besser als im Sitzen, denn da sind die Gefässe gerade und nicht geknickt). Diese Krankheit ist häufig und recht einfach zu diagnostizieren. Sie kommt schleichend und elten plötzlich, und stellt diagnostisch kaum Anforderungen an den Arzt (ein kaltes, graues und pulsloses Bein ist einfach zu diagnostizieren), sogar in den seltenen Fällen, wenn sie Nichtraucher befällt (diese haben dafür, wie die Raucher, erhöhtes Risiko für Arteriensklerose überall im Körper, also auch beim Herz und dem Gehirn. In der Regel dann sind die Herzprobleme eh führend, weshalb die hässlichen Spätschäden inklusive Amputation der nicht mehr zu rettenden Bein(teilen) bei den Nichtrauchern kaum je angetroffen werden (vorher ist das Herz ruiniert).

    Houses Fall ist, wie denn sonst, ein Zebra. Äusserst selten, kaum jemand denkt daran. Während eine Beinvenenthrombose die Venen verstopft und in erster Linie darum gefährlich ist, weil das gebildete Blutgerinnsel droht, in die Lunge zu geraten und eine schlimmstenfalls tödliche Lungenembolie zu verursachen, welche den Patienten töten kann, aber kaum je zum Verlust des Beines führen würde (schlechter Blutabfluss vom Bein kann in der Regel die Haut schädigen und Beingeschwüre verursachen, aber selten Schlimmeres), ist ein eher begrenzter Muskelinfarkt im Bein. Bei House war wohl die Arteria profunda femoris, und zwar unmittelbar vor den Ästen der Arteriae obliqua (eine der beiden bzw bei einem seltsamen Verlauf dem emeinsammen Stamm der beiden), betroffen. Diese befindet sich tief an der Vorderseite des Oberschenkels, eigentlich eher Mitte Oberschenkel, und die Arteriae oblique versorgen den bei House fehlenden geraden vordere Oberschenkelmuskel (unter Anderem). Währe nur einer dieser drei Äste betroffen gewesen, währe nichts passiert, denn die sind alle untereinander verbunden und die eine hätte die Blutversorgungsgebiet der ausgefallenen Arterie mit übernommen,somit musten sie unglücklicherweise als anatomishce Anomalie einen gemeisamen Stamm haben. Der Infarkt war durch ein Aneurysma im betroffenen Gefäss entstanden. Das ist eine Aufweitung des Gefässes, entweder angeboren, oder durch Verletzung oder Infektion entstanden. Irgendeinmal wird dise ausgeweitete Stelle einen verlangsamten Blutfluss zu Folge haben, und es entsteht dort wegen der Turbulenzen ein Blutgerinnsel, durch das Rauchen begünstigt (jedoch geht es auch ohne Rauchen).

    Wie kam House zu einem Aneurysma an dieser Stelle? Ha, heisse Frage. Manchmal ist es einfach Bindegewebeschwäche in den Gefässwänden, aber diese Menschen haben dann mehr als ein Aneurysma im Körper. Die Gefässe sind zwar gut geschützt, von Muskeln umgeben, jedoch sind die so genannten Arteriae perforantes eben so genannt, weil sie durch Muskeln hindurchgehen. Der Verlauf ist nicht 100% in Stein gemeisselt, komische Verläufe kommen vor. An einer Gefässabzweigung gibt es am ehesten Ablagerungen und somit Aneurismata. Was das Aneurysma aufgeweitet haben könnte, ist irgendeine Infektion: Bei einem Infektiologen nicht von der Hand zu weisen. Wobei ich betonen muss, dass House zwar unvorsichtig ist, jedoch hohe Hygienemassstäbe an sich und andere legt.

    Jetzt haben wir die Ursache und die Wirkung. Aber das ist nicht die ganze Geschichte. Die Arroganz der Annahme, ein Schmerzpatient suche in erster Linie nur nach einem Schuss, habe ich schon kritisiert. Diese Arroganz hat House invalidisiert.

    Hier wurde viel Mal die 'unschöne Narbe' kritisiert, gerade von paramedizinischem Personal, welches, mit Verlaub, in erster Line frische Narben zu sehen bekommt. Ich hingegen, habe schon sehr viele, und noch unschönere Narben bei Patienten gesehen, je älter, desto unschöner. Bei House handelte es sich um Notfalleingriff, und der Chirurg gab sich Mühe, den Schaden am Muskel zu minimieren. Bei diesem Verfahren ist die Ästhetik nicht so wichtig, es geht mehr darum, die Funktion möglichst zu erhalten. Die Hautnaht bei House ist gar nicht schlecht, nur der Krater ist unschön, was die Hautnaht selber verzerrt. House hat ja nach dem Eingriff die übrig gebliebenen Muskeln maximal trainiert, damit diese die Funktion der fehlenden Muskeln bestmöglich übernehmen können. Wie dann der Oberschenkel aussieht, ist direkte Folge dieses Muskelaufbaus, und die Hautnaht verzieht sich, erst recht nach dem Rückgang der massiven Schwellung, die am Anfang da gewesen sein muss.

    Woher der Schmerz?

    Diese Frage kann auch ich nicht restlos beantworten, da die Fallzahlen zu klein sind und die Frage sogar in der Literatur kaum gut dokumentiert ist. Der grösste Teil davon ist der Nervenschaden, zum Teil durch das Abschneiden der vielen kleinen Nervenenden beim Abschneiden der entfernten Muskeln, zum Teil durch den Nerven- und Gewebeschaden beim Abheilen der restlichen, nicht ganz abgestorbenen, jedoch geschädigten Muskeln. Letztlich sind es immer die Nerven, die durch die plötzlich entstandenen 'blinden Enden' verwirrt sind (Amputations- bzw- Phantomschmerz), aber auch diejenigen, die die vernarbten Muskeln versorgen, die sich lauthals über die Überbeanspruchung und die Einengung im Verlauf beklagen.

    Die Operation bei House wurde nicht vorgenommen, um die Schmerzen zu reduzieren, sondern um das abgestorbene Gewebe zu entfernen, welches beim Zerfall die Nieren und die übrigen Organe mit Abbauprodukten überschwemmen und auch die lokale Infektionsgefahr vervielfältigen. Wäre ich Stacy, hätte ich House die Entscheidung als letzter Rettungsversuch für sein Bein verkauft (denn währe das lokale Muskelsterben noch mehr fortgeschritten, hätte sich dort Gangrän bilden können). Gegen den Multiorganschaden hätte Dialyse helfen können, die man bei Crashopfern notfallmässig und sehr intensiv durchführen soll, um möglichst viel Abfallmaterial aus dem Kreislauf zu entfernen.

    Ein häufiger Fehler bei FF ist anzunehmen, House sei auf Blutverdünner wie Marcumar. Nein. Marcumar (englisch: Warfarine) verdünnt das Blut in den Venen, also dort, wo es langsam fliesst. Bei House wäre eine Verdünnung mit Aspirin sinnvoll, wenn überhaupt. Dieses ist eher für das Hochdruckgebiet zuständig). Und jemand mit Aneurysma an einer ungewöhnlichen Stelle gehört durch den MRT gezogen, damit man mögliche Aneurysmabildung im Kopf rechtzeitig erwischen kann, wenn der Grund Bindegewebeschwäche ist. Falls man dort fündig wird, sicher keine Blutverdünner!

    Eigentlich wollte ich etwas anderes hier besprechen, aber ich warte zuerst auf Feedback.

  5. #43
    Violett's Avatar

    Join Date
    12.03.2007
    Posts
    2.412
    @ Kathrina: WOW, danke für den lehrreichen Post. Ich bin beeindruckt.
    Mich würde interessieren, wie es zu Houses Infarkt gekommen ist.
    Welche Prozesse müssten im Laufe von Houses Leben / Bein abgelaufen sein, die schlussendlich zu dem Aneurysma und den Infarkt geführt haben?

    Und was wolltest du ursprünglich hier besprechen?

  6. #43
    Violett's Avatar

    Join Date
    12.03.2007
    Posts
    2.412
    @ Kathrina: WOW, danke für den lehrreichen Post. Ich bin beeindruckt.
    Mich würde interessieren, wie es zu Houses Infarkt gekommen ist.
    Welche Prozesse müssten im Laufe von Houses Leben / Bein abgelaufen sein, die schlussendlich zu dem Aneurysma und den Infarkt geführt haben?

    Und was wolltest du ursprünglich hier besprechen?

  7. #44
    Kathrina's Avatar

    Join Date
    11.12.2008
    Posts
    1.422
    What this doctor learned when he was a patient

    3. There is much more to pain than a number. Doctor D has written a lot on pain scoring, so I attempted to rate my own pain as a matter of curiosity. I have a good imagination for what 10 out of 10 pain would feel like, so I gave the feeling of multiple shattered bones crunching whenever my leg moved a 7, which made it the most intense pain I’ve ever felt, but I could totally handle the excruciating acute pain.

    The real surprise was realizing that duration of pain was far worse than intensity. I had a throbbing pain during my recovery that I could rate as a 4 if I’m generous, but it lasted for weeks and nearly drove me insane. Low-intensity pain that won’t leave can make a person much more miserable than 10 out of 10.

    4. Narcotics ..... I’ve seen a lot of nice people get addicted to opiate pain medicines. So Doctor D was the dude in the ER with a bone sticking out of his leg begging not to be given morphine. When they finally convinced me to take the narcotics I was please to discover I didn’t get any high. But what I did discover is that they made me miserable in other ways. I was groggy, nauseated, itchy, constipated, and mushy-brained whenever I had to use them.

    Their efficacy varies drastically from person to person. I can say with certainty that a 400 mg Ibuprofen was significantly better for pain for me than a 10 mg Percocet, but since my Ortho wouldn’t let me use ibuprofen I was stuck with narcotics. So I then had to deal with the suspicious look when I told the doc I needed more because I had run out.

    I am so happy to be off those things. As a physician, it was a bit eye opening to experience how inconsistent and imperfect our best pain medicines are. Managing the pain of a fellow human being is about as frustrating a situation as an MD can experience. I doubt my prescribing patterns will change much, but I do have a deeper appreciation for how hard it is to correctly wield the double-edged sword of pain medicines.

    5. Being disabled can really crush an ego. Regular visitors to The Clinic of Doctor-Patient Relational Awesomeness are likely aware that Doctor D has a very healthy self-esteem. 3 weeks of lying on my back absolutely helpless and unable to do anything had me at the lowest place I’ve every been. One night I—a generally tough dude—cried myself to sleep. I’m up and moving better now, but I will likely have a limp the rest of my life. My whole life I’ve been able to do everything physical I wanted to do. Now I’m one of the broken people. It’s going to take some getting used to.

    I know as physician I often see people with broken and damaged bodies. It kind of annoyed me when people whined about it. “Look, we can’t fix everything, so be a grown up, get over yourself, and quit complaining!” It’s easy to feel this way when you aren’t the one with the disability. I’ve given myself that same pep talk a lot in the last two months—It doesn’t work as well when I’m the one with the gimp leg. A lot of my patients have far worse problems than my leg ever was. I’m manning up to fact that my leg’s gonna hurt for decades, but I think I’ll be much more patient towards patients with severe disabilities in the future.

    You can’t say you wouldn’t complain about it if you’ve never been there—it’s a good thing for docs to keep in mind.

  8. #44
    Kathrina's Avatar

    Join Date
    11.12.2008
    Posts
    1.422
    What this doctor learned when he was a patient

    3. There is much more to pain than a number. Doctor D has written a lot on pain scoring, so I attempted to rate my own pain as a matter of curiosity. I have a good imagination for what 10 out of 10 pain would feel like, so I gave the feeling of multiple shattered bones crunching whenever my leg moved a 7, which made it the most intense pain I’ve ever felt, but I could totally handle the excruciating acute pain.

    The real surprise was realizing that duration of pain was far worse than intensity. I had a throbbing pain during my recovery that I could rate as a 4 if I’m generous, but it lasted for weeks and nearly drove me insane. Low-intensity pain that won’t leave can make a person much more miserable than 10 out of 10.

    4. Narcotics ..... I’ve seen a lot of nice people get addicted to opiate pain medicines. So Doctor D was the dude in the ER with a bone sticking out of his leg begging not to be given morphine. When they finally convinced me to take the narcotics I was please to discover I didn’t get any high. But what I did discover is that they made me miserable in other ways. I was groggy, nauseated, itchy, constipated, and mushy-brained whenever I had to use them.

    Their efficacy varies drastically from person to person. I can say with certainty that a 400 mg Ibuprofen was significantly better for pain for me than a 10 mg Percocet, but since my Ortho wouldn’t let me use ibuprofen I was stuck with narcotics. So I then had to deal with the suspicious look when I told the doc I needed more because I had run out.

    I am so happy to be off those things. As a physician, it was a bit eye opening to experience how inconsistent and imperfect our best pain medicines are. Managing the pain of a fellow human being is about as frustrating a situation as an MD can experience. I doubt my prescribing patterns will change much, but I do have a deeper appreciation for how hard it is to correctly wield the double-edged sword of pain medicines.

    5. Being disabled can really crush an ego. Regular visitors to The Clinic of Doctor-Patient Relational Awesomeness are likely aware that Doctor D has a very healthy self-esteem. 3 weeks of lying on my back absolutely helpless and unable to do anything had me at the lowest place I’ve every been. One night I—a generally tough dude—cried myself to sleep. I’m up and moving better now, but I will likely have a limp the rest of my life. My whole life I’ve been able to do everything physical I wanted to do. Now I’m one of the broken people. It’s going to take some getting used to.

    I know as physician I often see people with broken and damaged bodies. It kind of annoyed me when people whined about it. “Look, we can’t fix everything, so be a grown up, get over yourself, and quit complaining!” It’s easy to feel this way when you aren’t the one with the disability. I’ve given myself that same pep talk a lot in the last two months—It doesn’t work as well when I’m the one with the gimp leg. A lot of my patients have far worse problems than my leg ever was. I’m manning up to fact that my leg’s gonna hurt for decades, but I think I’ll be much more patient towards patients with severe disabilities in the future.

    You can’t say you wouldn’t complain about it if you’ve never been there—it’s a good thing for docs to keep in mind.

  9. #45
    Flöchen_88's Avatar

    Join Date
    13.11.2011
    Posts
    1
    Vielen Dank für die ausführlichen und weitestgehend verständlichen Informationen, Katharina.

    Ich stelle mir jetzt trotzdem noch einige Fragen:

    1.) Wie kann es sein, dass die Schmerzen im Bein durch die Verabreichung von "Ketamin" einstweilen verschwunden sind, oder besser gesagt unterdrückt wurden? Wäre es nicht sinvoll, House 2-3x jährlich Ketamin zu verabreichen, um somit eine dauerhafte Schmerzfreiheit zu erwirken?
    Wie genau kommt es zu der Vearbreichung von Ketamin? Wird der Patient dabei in ein "künstliches Koma" versetzt?
    Können dadurch die in der letzten Serie der 2. Staffel genannten Folgen (etwa Halluzinationen) wirklich auftreten? Wären diese Symptome dauerhafter Natur?

    2.) Wie kann es sein, dass die Schwere der Schmerzen im Bein ständig variieren? Verschiedene Gespräche zwischen House und Wilson haben mir zu erkennen gegeben, dass dies stark von Emotionen abhängt. Könnte der Schmerz demnach wirklich durch positive Emotionen (Glücksgefühle) unterdrückt werden?

    3.) House erklärte zu Beginn der dritten Staffel in einem Gespräch mit Wilson, dass er über mehrere Wochen - seit der Operation - kein Vicodin mehr zu sich genommen hat. Da in den vorigen beiden Staffeln ständig von einer Sucht gesprochen wurde, klingt es für mich irgendwie unglaubwürdig, wenn eine solche Person dann - auch wenn er schmerzfrei ist - von heute auf morgen auf dieses Medikament verzichtet, oder etwa nicht???

    Viele Grüße und danke vorab schon mal für die eventuelle Beantwortung meiner Fragen :-)

  10. #45
    Flöchen_88's Avatar

    Join Date
    13.11.2011
    Posts
    1
    Vielen Dank für die ausführlichen und weitestgehend verständlichen Informationen, Katharina.

    Ich stelle mir jetzt trotzdem noch einige Fragen:

    1.) Wie kann es sein, dass die Schmerzen im Bein durch die Verabreichung von "Ketamin" einstweilen verschwunden sind, oder besser gesagt unterdrückt wurden? Wäre es nicht sinvoll, House 2-3x jährlich Ketamin zu verabreichen, um somit eine dauerhafte Schmerzfreiheit zu erwirken?
    Wie genau kommt es zu der Vearbreichung von Ketamin? Wird der Patient dabei in ein "künstliches Koma" versetzt?
    Können dadurch die in der letzten Serie der 2. Staffel genannten Folgen (etwa Halluzinationen) wirklich auftreten? Wären diese Symptome dauerhafter Natur?

    2.) Wie kann es sein, dass die Schwere der Schmerzen im Bein ständig variieren? Verschiedene Gespräche zwischen House und Wilson haben mir zu erkennen gegeben, dass dies stark von Emotionen abhängt. Könnte der Schmerz demnach wirklich durch positive Emotionen (Glücksgefühle) unterdrückt werden?

    3.) House erklärte zu Beginn der dritten Staffel in einem Gespräch mit Wilson, dass er über mehrere Wochen - seit der Operation - kein Vicodin mehr zu sich genommen hat. Da in den vorigen beiden Staffeln ständig von einer Sucht gesprochen wurde, klingt es für mich irgendwie unglaubwürdig, wenn eine solche Person dann - auch wenn er schmerzfrei ist - von heute auf morgen auf dieses Medikament verzichtet, oder etwa nicht???

    Viele Grüße und danke vorab schon mal für die eventuelle Beantwortung meiner Fragen :-)

  11. #46
    Violett's Avatar

    Join Date
    12.03.2007
    Posts
    2.412
    Interessanter Artikel über die Verschreibungspraxis von Schmerzmedikamenten und wie das Amerikanische Rechtssystem mit Schmerzpatienten und Ärzten in den USA umgeht: Radley Balko: The War Over Prescription Painkillers

    Ablenkung hilft bei Schmerzen - Hirnstamm mindert den Schmerzreiz
    Das könnte erklären, weshalb es House in der 6. Staffel und in den ersten 14 Folgen der 7. Staffel geschafft hat ohne Vicodin und nur mit Ibuprofen auszukommen. Er war abgelenkt damit der Mann für Cuddy zu werden und es später zu sein.

  12. #46
    Violett's Avatar

    Join Date
    12.03.2007
    Posts
    2.412
    Interessanter Artikel über die Verschreibungspraxis von Schmerzmedikamenten und wie das Amerikanische Rechtssystem mit Schmerzpatienten und Ärzten in den USA umgeht: Radley Balko: The War Over Prescription Painkillers

    Ablenkung hilft bei Schmerzen - Hirnstamm mindert den Schmerzreiz
    Das könnte erklären, weshalb es House in der 6. Staffel und in den ersten 14 Folgen der 7. Staffel geschafft hat ohne Vicodin und nur mit Ibuprofen auszukommen. Er war abgelenkt damit der Mann für Cuddy zu werden und es später zu sein.

  13. #47
    Kathrina's Avatar

    Join Date
    11.12.2008
    Posts
    1.422
    Hallo meine Lieben, es tut mir Leid, dass ich so lange verschwunden bin, aber eine Weile war das Klima hier nicht sehr House-freundlich, und ich hatte keine Lust mir so was anzutun, zweitens, ich war beruflich hoffungslos überlastet.

    Dies aber verdient grosse Aufmerksamkeit:

    House MD: An analysis of chronic pain managed with opiate therapy in entertainment television.

    by

    Jemma Theivendran Imperial College Medical School London November 2007

    www.painrelieffoundation.org.uk/docs/housemd.pdf

    Ein kleiner Auszug:

    The quality of life for a CNCP sufferer can be very poor as the pain can be so debilitating that it prevents the sufferer from functioning in day to day activities, but the side effects too may have an impact on daily life. Most find a balance between pain relief and management of the side effects “accepting more pain for a reduction in sedation and nausea”.13 This may go some way to explaining why, although Dr. House is continuously on pain medication, he still suffers from pain. Quality of life can be significantly improved with long term use of opioids10 indicating that, whilst it is understandable for physicians’ hesitancy in prescribing
    House MD – An analysis of chronic pain managed with opiate therapy in entertainment television. Jemma Theivendran
    opioids for CNCP, some CNCP sufferers can not control their pain any other way and it is vital that the patients’ quality of life is not compromised.

  14. #47
    Kathrina's Avatar

    Join Date
    11.12.2008
    Posts
    1.422
    Hallo meine Lieben, es tut mir Leid, dass ich so lange verschwunden bin, aber eine Weile war das Klima hier nicht sehr House-freundlich, und ich hatte keine Lust mir so was anzutun, zweitens, ich war beruflich hoffungslos überlastet.

    Dies aber verdient grosse Aufmerksamkeit:

    House MD: An analysis of chronic pain managed with opiate therapy in entertainment television.

    by

    Jemma Theivendran Imperial College Medical School London November 2007

    www.painrelieffoundation.org.uk/docs/housemd.pdf

    Ein kleiner Auszug:

    The quality of life for a CNCP sufferer can be very poor as the pain can be so debilitating that it prevents the sufferer from functioning in day to day activities, but the side effects too may have an impact on daily life. Most find a balance between pain relief and management of the side effects “accepting more pain for a reduction in sedation and nausea”.13 This may go some way to explaining why, although Dr. House is continuously on pain medication, he still suffers from pain. Quality of life can be significantly improved with long term use of opioids10 indicating that, whilst it is understandable for physicians’ hesitancy in prescribing
    House MD – An analysis of chronic pain managed with opiate therapy in entertainment television. Jemma Theivendran
    opioids for CNCP, some CNCP sufferers can not control their pain any other way and it is vital that the patients’ quality of life is not compromised.

  15. #48
    Violett's Avatar

    Join Date
    12.03.2007
    Posts
    2.412
    Ein sehr interessanter Artikel über die Schmerztherapie mit Opiaten:

    Addiction, Tolerance, and Dependence—An Interview with Dr. Jennifer Schneider

    Besonders aufgefallen ist mir folgender Satz:
    "The usual reasons that a chronic pain patient needs a dose increase is either that they’re doing more physical activities, or that their disease has progressed."
    Cuddy hat House, in der Folge "Detox", vorgeworfen, dass er nun die doppelte Dosis an Vicodin einnimmt, als zu der Zeit als sie ihn eingestallt hat. Sie scheint vergessen zu haben, dass House mehr Zeit auf seinen Füßen verbringt, wenn er im PPTH unterwegs ist, als zu der Zeit als er sich noch zu Hause von dem Infarkt und seinen Folgen erholt hat. Außerdem belastet er sein Bein mehr, weil er nur einen Stock zum gehen verwendet anstatt ein paar Krücken zu benutzen oder im Rollstuhl zu sitzen. Der Dienst in der Klinik, zu dem Cuddy ihn verdonnert hat, wirkt sich sicherlich auch nicht gerade positiv auf seinen Schmerzzustand aus.

  16. #48
    Violett's Avatar

    Join Date
    12.03.2007
    Posts
    2.412
    Ein sehr interessanter Artikel über die Schmerztherapie mit Opiaten:

    Addiction, Tolerance, and Dependence—An Interview with Dr. Jennifer Schneider

    Besonders aufgefallen ist mir folgender Satz:
    "The usual reasons that a chronic pain patient needs a dose increase is either that they’re doing more physical activities, or that their disease has progressed."
    Cuddy hat House, in der Folge "Detox", vorgeworfen, dass er nun die doppelte Dosis an Vicodin einnimmt, als zu der Zeit als sie ihn eingestallt hat. Sie scheint vergessen zu haben, dass House mehr Zeit auf seinen Füßen verbringt, wenn er im PPTH unterwegs ist, als zu der Zeit als er sich noch zu Hause von dem Infarkt und seinen Folgen erholt hat. Außerdem belastet er sein Bein mehr, weil er nur einen Stock zum gehen verwendet anstatt ein paar Krücken zu benutzen oder im Rollstuhl zu sitzen. Der Dienst in der Klinik, zu dem Cuddy ihn verdonnert hat, wirkt sich sicherlich auch nicht gerade positiv auf seinen Schmerzzustand aus.

  17. #49
    ~Noa~'s Avatar

    Join Date
    20.04.2009
    Posts
    771
    Quote Originally Posted by Violett View Post

    Cuddy hat House, in der Folge "Detox", vorgeworfen, dass er nun die doppelte Dosis an Vicodin einnimmt, als zu der Zeit als sie ihn eingestallt hat.(...) Der Dienst in der Klinik, zu dem Cuddy ihn verdonnert hat, wirkt sich sicherlich auch nicht gerade positiv auf seinen Schmerzzustand aus.
    Wobei nicht nur Cuddy diejenige war, die House' Schmerzproblem und seinen Schmerzmittelverbrauch nicht richtig eingeschätzt bzw. heruntergespielt hat. Die Autoren haben es von Anfang an sehr deutlich gemacht, dass House "süchtig" ist, ohne jemals wirklich auf den Hintergrund einzugehen. Fast jeder von House' Kollegen hatte Gelegenheit, House für sein Verhalten zu kritisieren - Wilson als lebender erhobener Zeigefinger ist mir da fast noch penetranter in Erinnerung als Cuddy. Cameron, Foreman, Thirteen, Nolan, und auch der Tritter-Bogen haben dafür gesorgt, dass House sehr häufig als abhängig = unzurechnungsfähig dargestellt wurde. So indifferenziert dieses Bild sein mag, es ist das, was die Autoren zeigen wollten.

    House wurde als jemand mit ausgeprägtem Suchtverhalten dargestellt, ob einem das nun gefällt oder nicht. Letzten Endes hat er nicht mal vor Heroin zurückgeschreckt. Es wurde auch mehrmals betont, dass House' Abhängigkeit nicht ausschließlich körperlich bedingt ist (psychischer Stress führte fast immer zu einer Verschlechterung der Schmerzen bzw. Erhöhung der Dosis). Cuddy war wirklich nicht die einzige, die in dieser Hinsicht kurzsichtig gewesen ist. Leider wurde m.M. viel zu wenig auf die Muskelamputation und die Folgen eingegangen, dafür umso mehr auf seinen unkontrollierten Umgang mit Opiaten. Dass Schmerz ein echtes Problem sein kann, darauf wurde viel weniger eingegangen als auf die Darstellung eines klassisch Süchtigen. Vor seinem Infarkt hatte House vermutlich auch schon Probleme mit Mäßigung - ich kann mir gut vorstellen, dass er mit Suchtverhalten bereits Erfahrung hatte, wenn auch mehr in beruflicher Hinsicht, und darum weniger gesundheitsgefährdend. Seine ganze Persönlichkeit ist so aufgebaut, dass er zu Maßlosigkeit neigt. Da ist der Schritt vom Besessenen zum Junkie schnell getan.

    Ich denke, Cuddy und Wilson waren sich dessen bewusst. In Detox ist es Wilsons Idee, House einen Entzug machen zu lassen, und er scheint sich überhaupt nicht im klaren zu sein, was er mit seiner Wette anrichtet. Sachlich betrachtet, ist das mindestens so gefährlich wie Cuddys Idee, den armen House stundenlang in der Klinik herumzuscheuchen. Eben weil Wilson und Cuddy von House' addiktiver Persönlichkeit wussten, haben sie mehrmals versucht, ihn darauf aufmerksam zu machen, und in der Wahl der Mittel waren sie dabei selten zimperlich. Das taten sie aber auch, um House auf sein Problem hinzuweisen - jedesmal vergeblich. Das heißt aber m.M. nicht, dass sie es aus Böswilligkeit getan haben. Beide haben geglaubt, in House' bestem Interesse zu handeln, und angesichts House' Verhalten machte jede Aktion der beiden, House 'wachzurütteln', schon irgendwie Sinn und kann ihnen nicht mal verübelt werden. Wäre er bereit gewesen, sich professionell als Schmerzpatient behandeln zu lassen und hätte nicht darauf bestanden, sich selbst zu therapieren, wäre - zumindest bei mir - nicht so sehr der Eindruck entstanden, dass House wie jeder Süchtige allein weiß, was für ihn gut ist (nämlich permanent die Dosis ohne ärztliche Unterstützung zu erhöhen), und der irgendwann aus eigenem Entschluss die Erfahrung macht, dass er durchaus auch ohne seine Droge funktionieren kann (S6 war fast vicodinfrei, und House war körperlich nicht schlimmer dran als vorher).

    Rückfällig wurde er dann folgerichtig auch nicht wegen schlimmerer Schmerzen, sondern aus emotionalem Stress. Das ist für mich klassisches Suchtverhalten. Also, so lieb der Artikel wohl gemeint war, um House von jeglicher Verantwortung reinzuwaschen und Cuddy die Arschkarte zuzuschieben, die Serie zeichnet ein etwas anderes Bild von House.

  18. #49
    ~Noa~'s Avatar

    Join Date
    20.04.2009
    Posts
    771
    Quote Originally Posted by Violett View Post

    Cuddy hat House, in der Folge "Detox", vorgeworfen, dass er nun die doppelte Dosis an Vicodin einnimmt, als zu der Zeit als sie ihn eingestallt hat.(...) Der Dienst in der Klinik, zu dem Cuddy ihn verdonnert hat, wirkt sich sicherlich auch nicht gerade positiv auf seinen Schmerzzustand aus.
    Wobei nicht nur Cuddy diejenige war, die House' Schmerzproblem und seinen Schmerzmittelverbrauch nicht richtig eingeschätzt bzw. heruntergespielt hat. Die Autoren haben es von Anfang an sehr deutlich gemacht, dass House "süchtig" ist, ohne jemals wirklich auf den Hintergrund einzugehen. Fast jeder von House' Kollegen hatte Gelegenheit, House für sein Verhalten zu kritisieren - Wilson als lebender erhobener Zeigefinger ist mir da fast noch penetranter in Erinnerung als Cuddy. Cameron, Foreman, Thirteen, Nolan, und auch der Tritter-Bogen haben dafür gesorgt, dass House sehr häufig als abhängig = unzurechnungsfähig dargestellt wurde. So indifferenziert dieses Bild sein mag, es ist das, was die Autoren zeigen wollten.

    House wurde als jemand mit ausgeprägtem Suchtverhalten dargestellt, ob einem das nun gefällt oder nicht. Letzten Endes hat er nicht mal vor Heroin zurückgeschreckt. Es wurde auch mehrmals betont, dass House' Abhängigkeit nicht ausschließlich körperlich bedingt ist (psychischer Stress führte fast immer zu einer Verschlechterung der Schmerzen bzw. Erhöhung der Dosis). Cuddy war wirklich nicht die einzige, die in dieser Hinsicht kurzsichtig gewesen ist. Leider wurde m.M. viel zu wenig auf die Muskelamputation und die Folgen eingegangen, dafür umso mehr auf seinen unkontrollierten Umgang mit Opiaten. Dass Schmerz ein echtes Problem sein kann, darauf wurde viel weniger eingegangen als auf die Darstellung eines klassisch Süchtigen. Vor seinem Infarkt hatte House vermutlich auch schon Probleme mit Mäßigung - ich kann mir gut vorstellen, dass er mit Suchtverhalten bereits Erfahrung hatte, wenn auch mehr in beruflicher Hinsicht, und darum weniger gesundheitsgefährdend. Seine ganze Persönlichkeit ist so aufgebaut, dass er zu Maßlosigkeit neigt. Da ist der Schritt vom Besessenen zum Junkie schnell getan.

    Ich denke, Cuddy und Wilson waren sich dessen bewusst. In Detox ist es Wilsons Idee, House einen Entzug machen zu lassen, und er scheint sich überhaupt nicht im klaren zu sein, was er mit seiner Wette anrichtet. Sachlich betrachtet, ist das mindestens so gefährlich wie Cuddys Idee, den armen House stundenlang in der Klinik herumzuscheuchen. Eben weil Wilson und Cuddy von House' addiktiver Persönlichkeit wussten, haben sie mehrmals versucht, ihn darauf aufmerksam zu machen, und in der Wahl der Mittel waren sie dabei selten zimperlich. Das taten sie aber auch, um House auf sein Problem hinzuweisen - jedesmal vergeblich. Das heißt aber m.M. nicht, dass sie es aus Böswilligkeit getan haben. Beide haben geglaubt, in House' bestem Interesse zu handeln, und angesichts House' Verhalten machte jede Aktion der beiden, House 'wachzurütteln', schon irgendwie Sinn und kann ihnen nicht mal verübelt werden. Wäre er bereit gewesen, sich professionell als Schmerzpatient behandeln zu lassen und hätte nicht darauf bestanden, sich selbst zu therapieren, wäre - zumindest bei mir - nicht so sehr der Eindruck entstanden, dass House wie jeder Süchtige allein weiß, was für ihn gut ist (nämlich permanent die Dosis ohne ärztliche Unterstützung zu erhöhen), und der irgendwann aus eigenem Entschluss die Erfahrung macht, dass er durchaus auch ohne seine Droge funktionieren kann (S6 war fast vicodinfrei, und House war körperlich nicht schlimmer dran als vorher).

    Rückfällig wurde er dann folgerichtig auch nicht wegen schlimmerer Schmerzen, sondern aus emotionalem Stress. Das ist für mich klassisches Suchtverhalten. Also, so lieb der Artikel wohl gemeint war, um House von jeglicher Verantwortung reinzuwaschen und Cuddy die Arschkarte zuzuschieben, die Serie zeichnet ein etwas anderes Bild von House.

  19. #50
    Kathrina's Avatar

    Join Date
    11.12.2008
    Posts
    1.422
    Quote Originally Posted by ~Noa~ View Post

    House wurde als jemand mit ausgeprägtem Suchtverhalten dargestellt, ob einem das nun gefällt oder nicht. Letzten Endes hat er nicht mal vor Heroin zurückgeschreckt. Es wurde auch mehrmals betont, dass House' Abhängigkeit nicht ausschließlich körperlich bedingt ist (psychischer Stress führte fast immer zu einer Verschlechterung der Schmerzen bzw. Erhöhung der Dosis). Cuddy war wirklich nicht die einzige, die in dieser Hinsicht kurzsichtig gewesen ist. Leider wurde m. M. nach viel zu wenig auf die Muskelamputation und die Folgen eingegangen, dafür umso mehr auf seinen unkontrollierten Umgang mit Opiaten. Dass Schmerz ein echtes Problem sein kann, darauf wurde viel weniger eingegangen als auf die Darstellung eines klassisch Süchtigen. Vor seinem Infarkt hatte House vermutlich auch schon Probleme mit Mäßigung - ich kann mir gut vorstellen, dass er mit Suchtverhalten bereits Erfahrung hatte, wenn auch mehr in beruflicher Hinsicht, und darum weniger gesundheitsgefährdend. Seine ganze Persönlichkeit ist so aufgebaut, dass er zu Maßlosigkeit neigt. Da ist der Schritt vom Besessenen zum Junkie schnell getan.
    ...

    Rückfällig wurde er dann folgerichtig auch nicht wegen schlimmerer Schmerzen, sondern aus emotionalem Stress. Das ist für mich klassisches Suchtverhalten. Also, so lieb der Artikel wohl gemeint war, um House von jeglicher Verantwortung reinzuwaschen und Cuddy die Arschkarte zuzuschieben, die Serie zeichnet ein etwas anderes Bild von House.
    Ich glaube, du hast den oben genannten Beitrag nicht gelesen, sonst würdest du dies nicht geschrieben haben. Sogar Fachärzte in USA vertreten die Vorstellung, dass Patienten, die Opiate längere Zeit einnehmen, davon süchtig werden. Sie sind so indoktriniert. Das Einzige, was ich beim House sehe, ist das Verhalten von jemandem, der chronische Schmerzen chronisch untertherapiert hat und darum "nie genug" bekommt. Die menschliche Fähigkeit, mit verheerenden chronischen Schmerzen umzugehen, ist begrenzt. Wenn diese aus vielen Gründen unzureichend behandelt sind, dann ist die Dosis nach oben offen, bzw. die obere Grenze bleibt unbekannt.

    House hat am Ende Heroin genommen, weil es ihm schnurzegal war ob er lebt oder stirbt, um sich mit einem letzten Rausch von dieser Welt zu verabschieden. Die Gespräche mit den "Geistern" verdeutlichen dies. Er hat durchaus gewisse Suchtzüge in einer Persönlichkeit, jedoch war er kein Suchtkranker vor dem Infarkt. Wenn er danach alles bis auf offenen Suizid versucht, ist für mich nicht verwunderlich. Auch Suchtverhalten als Copingmachanismus (Wetten, Alkohol, Gamen, 5ex) ist für mich nicht verwunderlich.

    Chronische Schmerzen treiben jedes Jahr -zig Tausende in den Suizid. Wer sind wir, diese Menschen zu verurteilen und als Suchthaufen hinzustellen?

    Sucht macht das Leben ärmer, eingeengter. Schmerztherapie macht das Leben besser. Dank Vicodin kann House seine Schmerzen ertragen, arbeiten, seine Rechnungen bezahlen, sein Leben bestreiten.

    Er hat eine Weile versucht, ohne zu leben, hat aber erstens davon sozial überhaupt nicht profitiert und zweitens war er in der Zeit eindeutig weniger engagiert als Arzt. Ein Teil seines Gehirns war die ganze Zeit damit beschäftigt, nach einem „Glück“ zu streben, welches ihm als Gegenleistung für den oh-so-tollem „drogenfreiem“ Leben versprochen wurde. Eine solche Zeit kann auch ein Mensch durchhalten, der eigentlich Opiate als Schmerzmittel bräuchte. Aber auf die Dauer geht er drauf, sein Nervenkostüm wird immer dünner. Auch bei House ist es so, er kann Rückschläge schlechter verkraften, betrinkt sich(egal, ob die Zusatzbelastung Wilson ist, der ihn zur Seite schiebt oder Cuddy, die ihn wegwirft) und tickt aus.

    Das Experiment „mach House nüchtern“ ist immer in die Hosen gegangen, weil er dafür nicht geeignet war, weil seine Schmerzen ohne Opiate auf die Dauer nicht auszuhalten waren. Die schwankenden Schmerzen haben ihn schon zuvor härter, verletzender gemacht. Nachdem man ihm die letzte Hoffnung auf ein „normales“ Leben genommen hat, hat er diese extra Kraft nicht mehr, um mit unerträglichen Schmerzen weiter zu leben, und wird „rückfällig“

    Ich kann niemand zwingen den Beitrag zu lesen und zu verstehen. Mir ist letztlich egal, wer House mehr oder weniger verletzt oder verurteilt hat. Fakt ist, dass House verletzt ist und Fakt ist, dass er von niemandem verstanden wird, nicht nur weil er intelligenter als sie alle zusammen ist, sondern auch, weil niemand mit seinem Schmerz leben kann und muss.

  20. #50
    Kathrina's Avatar

    Join Date
    11.12.2008
    Posts
    1.422
    Quote Originally Posted by ~Noa~ View Post

    House wurde als jemand mit ausgeprägtem Suchtverhalten dargestellt, ob einem das nun gefällt oder nicht. Letzten Endes hat er nicht mal vor Heroin zurückgeschreckt. Es wurde auch mehrmals betont, dass House' Abhängigkeit nicht ausschließlich körperlich bedingt ist (psychischer Stress führte fast immer zu einer Verschlechterung der Schmerzen bzw. Erhöhung der Dosis). Cuddy war wirklich nicht die einzige, die in dieser Hinsicht kurzsichtig gewesen ist. Leider wurde m. M. nach viel zu wenig auf die Muskelamputation und die Folgen eingegangen, dafür umso mehr auf seinen unkontrollierten Umgang mit Opiaten. Dass Schmerz ein echtes Problem sein kann, darauf wurde viel weniger eingegangen als auf die Darstellung eines klassisch Süchtigen. Vor seinem Infarkt hatte House vermutlich auch schon Probleme mit Mäßigung - ich kann mir gut vorstellen, dass er mit Suchtverhalten bereits Erfahrung hatte, wenn auch mehr in beruflicher Hinsicht, und darum weniger gesundheitsgefährdend. Seine ganze Persönlichkeit ist so aufgebaut, dass er zu Maßlosigkeit neigt. Da ist der Schritt vom Besessenen zum Junkie schnell getan.
    ...

    Rückfällig wurde er dann folgerichtig auch nicht wegen schlimmerer Schmerzen, sondern aus emotionalem Stress. Das ist für mich klassisches Suchtverhalten. Also, so lieb der Artikel wohl gemeint war, um House von jeglicher Verantwortung reinzuwaschen und Cuddy die Arschkarte zuzuschieben, die Serie zeichnet ein etwas anderes Bild von House.
    Ich glaube, du hast den oben genannten Beitrag nicht gelesen, sonst würdest du dies nicht geschrieben haben. Sogar Fachärzte in USA vertreten die Vorstellung, dass Patienten, die Opiate längere Zeit einnehmen, davon süchtig werden. Sie sind so indoktriniert. Das Einzige, was ich beim House sehe, ist das Verhalten von jemandem, der chronische Schmerzen chronisch untertherapiert hat und darum "nie genug" bekommt. Die menschliche Fähigkeit, mit verheerenden chronischen Schmerzen umzugehen, ist begrenzt. Wenn diese aus vielen Gründen unzureichend behandelt sind, dann ist die Dosis nach oben offen, bzw. die obere Grenze bleibt unbekannt.

    House hat am Ende Heroin genommen, weil es ihm schnurzegal war ob er lebt oder stirbt, um sich mit einem letzten Rausch von dieser Welt zu verabschieden. Die Gespräche mit den "Geistern" verdeutlichen dies. Er hat durchaus gewisse Suchtzüge in einer Persönlichkeit, jedoch war er kein Suchtkranker vor dem Infarkt. Wenn er danach alles bis auf offenen Suizid versucht, ist für mich nicht verwunderlich. Auch Suchtverhalten als Copingmachanismus (Wetten, Alkohol, Gamen, 5ex) ist für mich nicht verwunderlich.

    Chronische Schmerzen treiben jedes Jahr -zig Tausende in den Suizid. Wer sind wir, diese Menschen zu verurteilen und als Suchthaufen hinzustellen?

    Sucht macht das Leben ärmer, eingeengter. Schmerztherapie macht das Leben besser. Dank Vicodin kann House seine Schmerzen ertragen, arbeiten, seine Rechnungen bezahlen, sein Leben bestreiten.

    Er hat eine Weile versucht, ohne zu leben, hat aber erstens davon sozial überhaupt nicht profitiert und zweitens war er in der Zeit eindeutig weniger engagiert als Arzt. Ein Teil seines Gehirns war die ganze Zeit damit beschäftigt, nach einem „Glück“ zu streben, welches ihm als Gegenleistung für den oh-so-tollem „drogenfreiem“ Leben versprochen wurde. Eine solche Zeit kann auch ein Mensch durchhalten, der eigentlich Opiate als Schmerzmittel bräuchte. Aber auf die Dauer geht er drauf, sein Nervenkostüm wird immer dünner. Auch bei House ist es so, er kann Rückschläge schlechter verkraften, betrinkt sich(egal, ob die Zusatzbelastung Wilson ist, der ihn zur Seite schiebt oder Cuddy, die ihn wegwirft) und tickt aus.

    Das Experiment „mach House nüchtern“ ist immer in die Hosen gegangen, weil er dafür nicht geeignet war, weil seine Schmerzen ohne Opiate auf die Dauer nicht auszuhalten waren. Die schwankenden Schmerzen haben ihn schon zuvor härter, verletzender gemacht. Nachdem man ihm die letzte Hoffnung auf ein „normales“ Leben genommen hat, hat er diese extra Kraft nicht mehr, um mit unerträglichen Schmerzen weiter zu leben, und wird „rückfällig“

    Ich kann niemand zwingen den Beitrag zu lesen und zu verstehen. Mir ist letztlich egal, wer House mehr oder weniger verletzt oder verurteilt hat. Fakt ist, dass House verletzt ist und Fakt ist, dass er von niemandem verstanden wird, nicht nur weil er intelligenter als sie alle zusammen ist, sondern auch, weil niemand mit seinem Schmerz leben kann und muss.

Page 5 of 5 FirstFirst ... 345

Similar Threads

  1. 8x13 - Die Ehe der Dominika House (Man of the House)
    By Violett in forum FOX-House-Watcher Season 8
    Replies: 11
    Last Post: 06.04.17, 17:15
  2. 4x15 - Im Kopf von House (House's Head)
    By Salev in forum Staffel 4 (71-86)
    Replies: 232
    Last Post: 07.08.10, 09:29